Auschwitz-Überlebende: Kritik an Anti-Israel-Marsch

Auschwitz-Überlebende: Kritik an Anti-Israel-Marsch

Holocaust-Überlebende im Internationalen Auschwitz Komitee reagieren «mit völligem Unverständnis» auf die Erlaubnis zum jährlichen Al-Kuds-Marsch am Samstag in Berlin. Man habe «als unmissverständliches Zeichen der Distanzierung» von der Politik erwartet, die israelfeindliche Demonstration zu verbieten, teilte Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner am Samstag mit. Die rechtliche Klärung eines solchen Verbots hätte man demnach den Gerichten überlassen sollen.

Al-Kuds-Tag in Berlin

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Menschen nehmen an einer anti-israelischen Demonstration anlässlich des sogenannten Al-Kuds-Tage teil. Foto: Jörg Carstensen/Archiv

Das Komitee wurde von Holocaust-Überlebenden gegründet. Sie empfänden den Marsch «nicht nur als fortgesetzte Bedrohung, sondern auch als ein Zurückweichen des Staates, der nicht versucht hat, diese Demonstrationen zu verbieten», erklärte Heubner weiter.
Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte am Samstagmorgen im RBB-Inforadio zum wiederholten Mal erklärt, ein Verbot des Marschs sei juristisch nicht möglich gewesen.
Am Al-Kuds-Tag, der am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan liegt, ruft der Iran jedes Jahr zur Eroberung Jerusalems auf. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967. In Berlin gibt es an diesem Tag einen Al-Kuds-Marsch radikal-islamischer Gruppen. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 1. Juni 2019 14:10 Uhr

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