Rostocker Ausstellung zum «Palast der Republik» eröffnet

Rostocker Ausstellung zum «Palast der Republik» eröffnet

In der Rostocker Kunsthalle ist am Freitag die Ausstellung «Palast der Republik - Utopie, Inspiration, Politikum» eröffnet worden. Prunkstücke der Schau mit insgesamt gut 200 Werken von rund 40 Künstlern sind vier riesige Gemälde von Willi Sitte, Bernhard Heisig oder Ronald Paris. Sie hingen mit zwölf anderen überdimensionierten Gemälden im Palastfoyer. Wie Kuratorin Elke Neumann sagte, waren sie Auftragswerke unter dem Titel «Dürfen Kommunisten träumen».

Kunsthalle Rostock mit Ausstellung «Palast der Republik»

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An der Kunsthalle Rostock ist zur Ausstellung «Palast der Republik» ein Nachbild des Palastes zu sehen. Foto: Bernd Wüstneck/Archivbild

Unter den Kunstwerken ist auch ein Teil eines ursprünglich rund 15 Meter langen Reliefs mit dem Titel «Lob des Kommunismus» des Rostocker Bildhauers Jo Jastram. «Als der Palast geschrottet war, wurde das Relief abgerissen, zersägt und weggelagert. Teile wurden geklaut», berichtete Kunsthallenchef Uwe Neumann.
Der Palast der Republik stand auf der Berliner Museumsinsel. Die DDR-Führung hatte dort 1950 das alte Stadtschloss sprengen lassen, das vom Krieg beschädigt war. Stattdessen wurde in den 1970ern der Palast gebaut. Darin gab es Restaurants, eine Bowlingbahn und einen großen Veranstaltungssaal.
Mecklenburg-Vorpommerns neue Kulturministerin Bettina Martin (SPD) bezeichnete die Ausstellung als «eine Hommage an ein Bauwerk, das selbst Kunst war, das Kunst und Künstlichkeit beherbergte, und das in vielerlei Hinsicht Licht und Schatten bis in die Gegenwart wirft». Sie fordere die Besucher heraus, sich 30 Jahre nach der friedlichen Revolution auch einmal kritisch mit den Jahren nach der Wiedervereinigung und dem Umgang mit der ostdeutschen Geschichte auseinanderzusetzen. Mit «dieser Ausstellung und einem künstlerisch provokanten Blick auf die ambivalente Geschichte eines Gebäudes» habe die Kunsthalle Rostock ihrem guten Ruf alle Ehre gemacht.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 31. Mai 2019 18:40 Uhr

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