Krise bewältigt: Viktoria nach Mallorca, TeBe nach Malchow

Krise bewältigt: Viktoria nach Mallorca, TeBe nach Malchow

Regionalligist Viktoria 89 musste eine Insolvenz überstehen, Oberligist Tennis Borussia befindet sich mit den Fans im Zwist. Das Ergebnis im Landespokalfinale spiegelt auch den jeweiligen Umgang mit der Krise wider.

Berlin (dpa/bb) – Die Trauermusik bei der Medaillenvergabe für den unterlegenen Finalisten passte perfekt zur Situation von Oberligist Tennis Borussia. Das 0:1 am Samstag im Berliner Landespokalfinale im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark gegen den Regionalligisten Viktoria 89 war innerhalb einer Woche der zweite Niederschlag für den Traditionsverein aus Charlottenburg, der sieben Tage zuvor mit der 0:2-Niederlage bei Lichtenberg 47 den angepeilten Aufstieg in die Viertklassigkeit erneut verpasst hatte.
«Die Enttäuschung ist fast noch größer als in der letzten Woche», sagte TeBe-Kapitän Nico Matt, «wir wollten die Null lange halten. Jetzt stehen wir mit leeren Händen da.» TeBe-Trainer Dennis Kutrieb, der seiner Mannschaft ein großes Lob zollte, monierte die fehlende Entschlossenheit seiner Mannschaft vor dem 0:1 durch Rafael Brand (81. Minute). Ohne Verständnis reagiert der Coach dagegen auf das Fernbleiben der aktiven Fans, die sich im Januar nach einer turbulenten Mitgliederversammlung vom Verein abgespalten haben.
Während es bei TeBe intern Probleme gibt, so hat Viktoria selbst in schwierigen Zeiten Haltung bewahrt und sich mit dem Einzug in die erste Runde des DFB-Pokals belohnt. «In der Zeit der Insolvenz war es im Verein sehr ruhig und wir haben die Situation sehr ordentlich gelöst. Es war ein angenehmes Arbeiten in dieser Zeit», sagte Torhüter Stephan Flauder. Als Gegner für die erste Runde am zweiten August-Wochenende wünscht sich der knapp zwei Meter große Hüne nun Eintracht Frankfurt. «Ich habe zwar nie für den Verein gespielt, aber irgendwie mag ich ihn», sagte Flauder.
Dann wird Interims-Trainer Alexander Arsovic wieder als Co-Trainer fungieren. In Benedetto Muzzicato steht ab Juli die Ablösung bereit. «Für mich ist das kein Problem, wieder ins zweite Glied zu gehen. Ich bin überglücklich über den Erfolg», sagte Arsovic.
Während bei Viktoria nicht nur die Spieler feiern, muss Kutrieb seine Mannschaft nach den beiden verheerenden Niederlagen wieder aufbauen. «Wir haben noch zwei Meisterschaftsspiele», sagte der Trainer vor den Duellen gegen Anker Wismar und beim Malchower SV. Für Flauder und Co. geht es dagegen am Sonntag «bis Dienstag oder Mittwoch nach Malle». Und auf der Sonneninsel wird sicher keine Trauermusik zu hören sein.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 26. Mai 2019 11:30 Uhr

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