Im Hass vereinte Normalos: Berg-Stück rüttelt auf

Im Hass vereinte Normalos: Berg-Stück rüttelt auf

Ein Stück über die ganz normalen Menschen soll es sein, das nicht anders als in einer Katastrophe enden kann: Sibylle Bergs (50) Stück «Hass-Triptychon - Wege aus der Krise» ist am Freitag im Rahmen der Wiener Festwochen uraufgeführt worden - und hinterließ wenig Zuversicht. Die Geschichte spielt in einer Kleinstadt an einem Autobahnzubringer, die nicht in Touristenführern auftaucht. Ihre Bewohner sind einfache Menschen mit gewöhnlichen Problemen, die sie dennoch zu Randgruppen machen. Ihr Leben wird werktags von der Arbeit strukturiert. Am Sonntag, in der Freizeit, bestimmen Langeweile und Ideenlosigkeit - also Netflix und Tinder.

Die Schriftstellerin Sibylle Berg

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Die Schriftstellerin Sibylle Berg. Foto: Soeren Stache/Archivbild

In diese Tristesse platzt ein sogenannter Hassmaster hinein, der zur Therapiesitzung einlädt. Er will den Menschen klar machen, was sie fesselt: Der Kapitalismus hält sie fest in der Hand und erzeugt Hass in den verschiedensten Formen. Trauer, Wut, Verzweiflung - und letztlich mündet alles in Gewalt.
Inszeniert wurde die wilde, teilweise aufregende Therapie von Shootingstar Ersan Mondtag (32), vier der sieben Schauspieler auf der Bühne des Wiener Volkstheaters stammen aus dem Ensemble des Maxim-Gorki-Theaters Berlin. Bei den Wiener Festwochen ist das Stück, dem in weiten Teilen eine konstruktive Komponente fehlt, noch zweimal zu sehen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 25. Mai 2019 08:50 Uhr

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