Linke: Hindenburg von Berliner Ehrenbürgerliste streichen

Linke: Hindenburg von Berliner Ehrenbürgerliste streichen

Die Linke in Berlin unternimmt erneut einen Versuch, den umstrittenen früheren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg (1847-1934) von der Ehrenbürgerliste der Stadt zu streichen. Ein entsprechender Antrag wurde am Samstag auf dem Landesparteitag beschlossen. Die Linksfraktion soll sich demnach dafür einsetzen, dass Hindenburg von der Liste genommen wird.

In der Vergangenheit waren solche Anläufe in der Hauptstadt gescheitert. Hindenburg hatte Adolf Hitler 1933 zum Reichskanzler ernannt. Der Antrag wird unter anderem damit begründet, dass Hindenburg vielen Bürgern als «Türöffner des Deutschen Faschismus» in Erinnerung sei. In mehreren Städten Deutschlands wurde Hindenburg bereits von Ehrenbürgerlisten gestrichen.
Ob der Vorstoß Erfolg haben wird, ist noch nicht absehbar. Eine dpa-Umfrage bei anderen Fraktionen im Abgeordnetenhaus ergab dieses Bild: Von der Opposition aus CDU, FDP und AfD gibt es keinen Zuspruch. Die mitregierenden Grünen sind für die Streichung des Namens. Die Haltung des dritten Koalitionspartners SPD blieb unklar. SPD-Fraktionschef Raed Saleh sagte am Samstag auf Nachfrage: «Wir haben das noch nicht diskutiert.» Das werde in einer der kommenden Sitzungen thematisiert.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 11. Mai 2019 17:20 Uhr

Weitere Meldungen