Innensenator: Keine Zusammenarbeit mit Muslimbruderschaft

Innensenator: Keine Zusammenarbeit mit Muslimbruderschaft

Berlins Innensenator Andreas Geisel hat bestritten, dass der Senat bei der Deradikalisierung gewaltbereiter Muslime mit moderaten Islamisten kooperieren will. «Das ist Quatsch», sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. «Es gibt keine Zusammenarbeit des Berliner Senates mit der Muslimbruderschaft.»

Die Organisation wird dem sogenannten legalistischen Spektrum zugerechnet, das einen Gottesstaat anstrebt, aber Gewalt ablehnt. Jüngst hatten Medien aus Äußerungen der Innenverwaltung geschlossen, dass diese bei der Deradikalisierung in Berlin helfen solle.
Geisel verwies darauf, das die Zahl der Salafisten in Deutschland, also besonders radikaler und teils gewaltbereiter Islamisten, seit mehr als 20 Jahren steige. In Berlin sind es laut Verfassungsschutz aktuell 1020, darunter 460 gewaltbereite.
Man sei gut beraten zu versuchen, solche Menschen zu deradikalisieren, sagte er. «Damit werden aber nicht muslimische Gemeinden beauftragt oder Legalisten, sondern damit beauftragen wir Fachleute, die etwas davon verstehen.» Als Beispiel nannte Geisel das Projekt Violence Prevention Network.
Gleichzeitig wies er darauf hin, das Fachleute dieses Projekts oder auch in Israel empfehlen, «auch mit denjenigen zu sprechen, die in dieser Szene unterwegs sind, also auch mit Legalisten». Daher gelte es, sich diese Methode anzuschauen und zu überlegen, ob das ein Weg für Berlin sein könne.
«Wir sagen, lasst uns das bitte versuchen, damit wir Menschen deradikalisieren können, bevor sie Straftaten gegen Leib und Leben anderer Menschen begehen», sagte der Senator. «Und dass wir mit allen in der Stadt reden, die sich zu Gewaltfreiheit bekennen, ist eine Selbstverständlichkeit, die dafür sorgt, dass die Sicherheit dieser Stadt erhöht wird.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 9. Mai 2019 16:00 Uhr

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