Bundesregierung: Mutter von Angela Merkel ist gestorben

Bundesregierung: Mutter von Angela Merkel ist gestorben

Herlind Kasner war immer dabei, wenn Angela Merkel zur Kanzlerin gewählt wurde. Auch als Merkel im Februar die Ehrenbürgerwürde von Templin verliehen bekam, war sie dabei. Anfang April starb sie in der Stadt in Nordbrandenburg.

Angela Merkel und ihre Mutter Herlind Kasner

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, l) sitzt neben ihrer Mutter Herlind Kasner. Foto: Bernd Settnik/Archiv

Berlin (dpa) - Die Mutter von Kanzlerin Angela Merkel, Herlind Kasner, ist tot. Das bestätigte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Berlin. Zugleich bat er, die Privatsphäre der Bundeskanzlerin und ihrer Familie zu achten. Zuerst hatten das Magazin «SuperIllu» und die «Bild»-Zeitung über den Todesfall berichtet. Demnach soll Kasner Anfang April im Alter von 90 Jahren gestorben sein.
Aus Liebe war die gebürtige Danzigerin 1954 mit ihrem Mann, Horst Kasner, von Hamburg in den Osten gegangen. In Templin leitete dieser ein Kolleg, an dem brandenburgische Pfarrer das Predigen lernten. Herlind Kasner durfte als Frau eines Pastors nicht an staatlichen Schulen unterrichten, wie Merkels Biograf Gerd Langguth schreibt. Als 1961 die Mauer gebaut wurde, soll sie oft geweint haben.
In Templin lehrte Kasner jahrzehntelang Fremdsprachen. Sie galt als fröhlich und lebenslustig, als Lehrerin aus Leidenschaft. Kasner lebte bis zuletzt in der Stadt im Norden Brandenburgs. Ihr Mann Horst war 2011 gestorben.
Kasner war immer dabei, wenn ihre Tochter zur Regierungschefin gewählt wurde - zuletzt vor gut einem Jahr. Auch als Angela Merkel die Ehrenbürgerwürde von Templin im Februar dieses Jahres verliehen wurde, hatten ihre Mutter und auch ihre Geschwister die Kanzlerin zum Empfang begleitet. Bürgermeister Detlef Tabbert (Linke) sagte da voller Anerkennung über Herlind Kasner, sie gebe mit 90 Jahren immer noch Englischkurse.
Angela Merkel hatte sich am Mittwoch zunächst den Fragen der Abgeordneten im Bundestag gestellt und war dann zum EU-Sondergipfel zum Brexit in Brüssel gereist.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 10. April 2019 20:00 Uhr

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