Aktivisten demonstrieren gegen Trisomie-Bluttests

Aktivisten demonstrieren gegen Trisomie-Bluttests

In Berlin wollen Aktivisten heute gegen Überlegungen demonstrieren, Bluttests zur Diagnose von Trisomien zur Kassenleistung zu machen.

Zur Blutentnahme notwendiges Zubehör

© dpa

Zubehör des sogenannten «Praena-Test».

100 Teilnehmer seien zur Demonstration unter dem Motto «Inklusion statt Selektion» vor dem Gesundheitsministerium angemeldet, man hoffe auf doppelt so viele, teilte der Verein Downsyndromberlin auf Nachfrage mit. Den Bluttest als Kassenleistung anzubieten bedeute, die Angst vor Behinderungen zu stärken, heißt es in einer Stellungnahme des Vereins und weiterer Initiativen. Außerdem werde die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen so weiter verschärft.
Auf der Kundgebung zur Demonstration soll unter anderem die 20-jährige Aktivistin Natalie Dedreux sprechen, die mit dem Down-Syndrom lebt. Sie wurde bekannt, als sie Kanzlerin Angela Merkel (CDU) 2017 in einer Wahlsendung fragte, wie sie es finde, dass in Deutschland neun von zehn Babys mit dieser Diagnose nicht zur Welt kämen.
Der Bundestag will sich an diesem Donnerstag mit den nichtinvasiven Bluttests befassen. Sie bieten seit einigen Jahren die höchste Treffsicherheit, wenn es darum geht, die Wahrscheinlichkeit für ein Down-Syndrom bei Ungeborenen zu berechnen, ohne das Kind dabei zu gefährden. Bislang müssen Schwangere den rund 130 Euro teuren Bluttest meist selbst zahlen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 10. April 2019 08:46 Uhr

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