Milchpreise machen weiter Sorgen, Tierhandel aber gestiegen

Milchpreise machen weiter Sorgen, Tierhandel aber gestiegen

Niedrige Milchpreise treiben Viehhalter weiter um. Einige «Kleine» geben auf, andere halten Fleischrinder. Gefragt ist Qualitätszucht. So steigt der Tierhandel und damit auch der Umsatz bei der Rinderallianz.

Güstrow (dpa/mv) - Zu niedrige Milchpreise zwingen weiterhin kleinere Rinderhalter zur Aufgabe, während große Betriebe noch wachsen. Dieser Trend sei ungebrochen, sagte die Geschäftsführerin der Rinderallianz GmbH, Sabine Krüger, am Donnerstag in Güstrow bei der Generalversammlung des Rinderzuchtverbandes Mecklenburg-Vorpommern (RMV). Im Nordosten hätten innerhalb eines Jahres 20 von etwa 320 Milchviehhaltern im Verband aufgegeben oder auf Fleischrindhaltung umgestellt.
Die Rinderallianz als Servicefirma von rund 1300 Rinderzüchtern im Nordosten, Sachsen-Anhalt und Westbrandenburg hat laut Krüger im vergangenen Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 100 Millionen Euro allerdings einen Rekord und ein Plus von etwa elf Prozent erzielt. Grund sei vor allem der wachsende Viehhandel. «Wir haben diesmal mehr als 118 000 Rinder vermarktet, das zeugt von viel Vertrauen zu unseren Leuten», erklärte Krüger. Das seien zehn Prozent mehr als im Vorjahr, dem bisherigen Rekordjahr.
Etwa 70 Prozent des Umsatzes macht die Rinderallianz mit knapp 190 Mitarbeitern im Viehhandel, 30 Prozent im Handel mit Bullensperma zur Vermehrung. Die Tiere werden unter anderem nach Polen, Russland, Bulgarien, die Türkei, Griechenland und Marokko geliefert. Ein Viertel des Bullenspermas werde ins Ausland geliefert.
Die GmbH betreut nach eigenen Angaben rund 800 Milchvieh- und etwa 500 Fleischrindhalter mit mehr als 260 000 Kühen. Angesichts der Milchpreise von 32 bis 35 Cent pro Liter Milch rechnen Experten damit, dass sich der Trend zur Aufgabe von kleineren Betrieben zu Gunsten von großen Milchviehhaltern auch 2019 weiter fortsetzt.
Wegen der sinkenden Viehbestände und auch, um sich «robuster für die Zukunft aufzustellen», haben sich der Landeskontrollverband für Leistungs- und Qualitätsprüfung (LKV) Mecklenburg-Vorpommern sowie der RMV mit 64 Beschäftigten in Güstrow auch zusammengeschlossen. Es ist nach Verbandsangaben die erste Fusion dieser Art in Deutschland. Sitz des neuen Milchkontroll- und Rinderzuchtverbandes wird Güstrow sein.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 28. März 2019 17:10 Uhr

Weitere Meldungen