Kein Konsens für Rückgaben von Kolonialobjekten in Sicht

Kein Konsens für Rückgaben von Kolonialobjekten in Sicht

Beim Umgang mit Objekten aus deutscher Kolonialgeschichte zeichnet sich keine einheitliche Haltung der Kulturminister von Bund und Ländern ab. «Ich sehe jetzt noch keinen Konsens für gemeinsame Prinzipien für Rückgaben», sagte Berlins Kultursenator Klaus Lederer der dpa vor dem Treffen. Die Kulturminister kommen am Mittwoch in Berlin erstmals in neuer Runde zusammen. Für Kolonialobjekte soll dabei der Leitfaden des Museumsbundes für Restitutionen weiterentwickelt werden.

Klaus Lederer

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Klaus Lederer (Die Linke), Berlins Kultursenator spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Britta Pedersen/Archiv

Lederer befürchtet, dass wirkliche Ergebnisse auf die lange Bank geschoben werden. Der Linke-Politiker sprach sich für rasche Schritte aus. «Mit Sicherheit gehört die Transparenz der Bestände dazu, die Digitalisierung, möglichst auch mehrsprachige Zugänge.» Zugleich stelle sich die Frage, wo einstmals Kolonisierte auf Kulturgüter hingewiesen werden müssen, auf die ein Anspruch existieren könnte.
Notwendig sei auch ein Gesetz. «Wir müssen diskutieren, nach welchen Prinzipien und Regeln wir mit ehemaligem Kolonialgut umgehen. Das geltende Recht ist schlicht für solche Zwecke nicht geschaffen», sagte Lederer.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 9. März 2019 10:30 Uhr

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