Brennpunktschulen mit schlechterer Unterrichtsqualität

Brennpunktschulen mit schlechterer Unterrichtsqualität

Vor allem Schulen in sozialen Brennpunkten haben in Berlin mit Lehrermangel und Unterrichtsausfall zu kämpfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). Die Unterrichtsqualität an Schulen, in denen besonders viele Kinder aus einkommensschwachen Haushalten lernen, ist demnach schlechter als an jenen mit sozial günstigeren Bedingungen.

Blick in einen Schulunterricht

© dpa

Schülerinnen melden sich im Unterricht. Foto: Annette Riedl/Archiv

Die Studienautoren untersuchten bei ihrer Analyse vier Merkmale: Lehrermangel, Unterrichtsausfall, Anteil von Vertretungsstunden und Anteil von Quereinsteigern bei den Lehrern. So werde etwa an 55 Prozent der sozial privilegierten Grundschulen Berlins eine hundertprozentige Unterrichtsabdeckung erreicht. Das bedeutet, dass die Zahl der Lehrer dem entspricht, was rechnerisch für den Unterricht benötigt wird. Bei sozial benachteiligten Schulen sind es nur 35 Prozent.
Auch in anderen Bundesländern zeigt sich nach Meinung der Experten ein ähnliches Bild. «Nicht dass wir in anderen Bundesländern die Zusammenhänge nicht sehen würden, aber die Daten sind einfach nicht in diesem Maße vorhanden», sagte Studienautor und Sozialforscher der Uni Erfurt, Marcel Helbig, am Mittwoch im ARD-«Morgenmagazin».
Zur Bestimmung der sozialen Rahmenbedingungen wurde der Anteil der Schüler untersucht, die von Lernmitteln befreit sind. «Die Lernmittelbefreiung dient als Indikator für Einkommensarmut der Eltern», hieß es. Als Grundlage für die Bewertung der Unterrichtsqualität dienten öffentlich zugänglichen Daten für die Schuljahre 2010/2011 bis 2016/17 sowie Schulinspektionsberichte.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 6. März 2019 13:20 Uhr

Weitere Meldungen