Berliner Lehrer und Erzieher im zweitägigem Warnstreik

Berliner Lehrer und Erzieher im zweitägigem Warnstreik

Kitas bleiben zu und Unterricht fällt aus: Lehrer und Erzieher gehen erneut auf die Straße. Sie machen weiter Druck in den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst. Welche Auswirkungen wird die Hauptstadt spüren?

  • Warnstreik Berlin© dpa
    26.02.2019, Berlin: "Heute Warnstreik" ist an einem Eingang zu einer Schule im Berliner Stadtteil Kreuzberg am Morgen zu lesen.
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    26.02.2019, Berlin: Der Eingang zu einer Kindertagesstätte im Berliner Stadtteil Kreuzberg ist am Morgen geschlossen.
  • Ein Mann pfeift während eines Streiks© dpa
    Ein Mann pfeift während eines Warnstreiks auf dem Pariser Platz mit einer roten Trillerpfeife von der GEW.
Im laufenden Tarifkonflikt um höhere Gehälter im öffentlichen Dienst verschärfen die Gewerkschaften noch einmal die Gangart. Berliner Erzieher und Lehrer sind von Dienstag an erstmals zu einem zweitägigen Warnstreik aufgerufen. An beiden Tagen soll es auch mehrere Demos und Kundgebungen geben. Erwartet werden dazu Tausende Teilnehmer - am Dienstag bis zu 8000 auf dem Bebelplatz.

In Schulen wird es zu Unterrichtsausfällen kommen

Deshalb werden viele Kitas im Eigenbetrieb des Landes geschlossen bleiben und Unterrichtsstunden an Schulen ausfallen. Beispiel Kita-Eigenbetrieb Mitte: Von den 56 Kitas dieses Betriebs beteiligen sich laut Gewerkschaft GEW mindestens 53 am Warnstreik. Mindestens 37 sind komplett dicht, 16 bieten eine Notbetreuung an.

Bezirksämter sollen am Mittwoch bestreikt werden

Bestreikt werden laut Gewerkschaft Verdi an beiden Tagen auch Jugendämter. Am Mittwoch sollen sich dann zusätzlich Beschäftigte von Bezirksämtern und Senatsverwaltungen an dem Warnstreik beteiligen.

Dritte Tarifrunde ist für Donnerstag und Freitag geplant

Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Gehalt für die Beschäftigten, mindestens aber eine Erhöhung der Entgelte um 200 Euro monatlich. Darüber hinaus wollen sie strukturelle Verbesserungen in der Eingruppierung. Die Länder, deren Verhandlungsführer Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) ist, halten das für nicht bezahlbar.
Nach Gewerkschaftsangaben sind deutschlandweit rund 2,3 Millionen Beschäftigte der Länder von den Tarifergebnissen betroffen, da Verdi fordert, die Ergebnisse auf die mehr als eine Million Beamten zu übertragen. Diese dürfen in Deutschland nicht streiken.

Berlin gab es bereits mehrere Warnstreiks

In vielen Städten hatten zuletzt zahlreiche Berufsgruppen die Arbeit niedergelegt, um den Druck auf die Arbeitgeberseite zu erhöhen. Auch in Berlin gab es bereits mehrere Warnstreiks, allerdings bisher lediglich eintägige oder stundenweise. Berlin spürte die Folgen: Längere Wartezeiten in Ämtern, geschlossene Kitas, Stundenausfälle in Schulen.

Landeselternausschuss unterstützt die Forderungen der Erzieher

Vom Landeselternausschuss Berlin hieß es dennoch, dass man weiterhin die Forderung gerade der Erzieher nach mehr Gehalt unterstütze. Eltern seien sogar aufgerufen, mit ihren Kindern die Demos zu unterstützen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 26. Februar 2019 10:05 Uhr

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