Forscher: Proteste von Schülern zeigen Generationenkonflikt

Forscher: Proteste von Schülern zeigen Generationenkonflikt

Die Schülerproteste für mehr Umweltschutz in vielen deutschen Städten legen aus Expertensicht einen Generationenkonflikt im Land offen. «Eine solche Spannung zwischen den Generationen hat es lange nicht gegeben», schreibt der Bildungsforscher Klaus Hurrelmann (Hertie School of Governance, Berlin) in einem Beitrag im Berliner «Tagesspiegel» (Sonntag). Es seien «ganz neue Töne», dass die Schüler den Älteren Machtmissbrauch und Einschränkung von Lebensperspektiven vorwerfen.

Solche Generationenkonflikte könnten eine «systemsprengende Wirkung» entfalten, wie etwa der Fall des Brexit-Votums in Großbritannien mit gegensätzlichen Auffassungen bei Jung und Alt gezeigt habe, warnt Hurrelmann. Auch hierzulande seien ungelöste Interessenkonflikte deshalb ernstzunehmen. Hurrelmann, der mehrere Jugendstudien leitete, betont, es sei Zeit, dass junge Leute ihre Reformakzente in Parteien setzen könnten. Noch fremdelten sie etwa mit «starren Strukturen».
In Berlin gehen seit einigen Wochen jeden Freitag Schüler und Studenten auf die Straße, um auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen. Zuletzt waren bundesweit in mehr als 50 Städten Protestaktionen zum Thema geplant. Als Vorbild für die Bewegung gilt die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 24. Februar 2019 13:10 Uhr

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