Nach Tod einer Schülerin: Senatorin sichert Unterstützung zu

Nach Tod einer Schülerin: Senatorin sichert Unterstützung zu

Eine elfjährige Schülerin stirbt, ihre Schule steht unter Schock. Nun reden Schulleitung, Elternvertreter und Bildungssenatorin über den Fall. Sie geben ein Versprechen.

Sandra Scheeres

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Sandra Scheeres (SPD), Bildungssenatorin von Berlin, spricht im Berliner Abgeordnetenhaus. Foto: Christoph Soeder/Archiv

Berlin (dpa/bb) - Nach dem bisher ungeklärten Tod eines elfjährigen Mädchens hat Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) der betroffenen Schule konkrete Hilfen in Aussicht gestellt. «Für die nahe Zukunft kommt es uns darauf an, die Schulgemeinschaft gemeinsam so gut wie möglich zu unterstützen», erklärte Scheeres am Mittwoch nach einem Besuch der Hausotter-Grundschule im Bezirk Reinickendorf. Bei dem Gespräch unter anderem mit Schulleitung und Elternvertretern sei deutlich geworden, «dass es an der Schule Konflikte und Probleme gab und gibt».
Ab Schulbeginn nach den Winterferien am kommenden Montag werden Schulpsychologen und Sozialarbeiter vor Ort sein, um Schülern und Kollegium Hilfe und Unterstützung zu geben, kündigte Scheeres an. «Diese Hilfe ist zeitlich unbefristet und wird so lange angeboten, wie sie gebraucht wird», teilte Scheeres mit.
Zudem sollen die Eltern in einem Brief über Unterstützung und Ansprechpartner bei Konfliktfällen informiert werden, besonders Mobbing. Ein Studientag soll sich Ende Februar mit dem Thema Mobbing und dem Umgang mit Konflikten befassen. Geplant seien weitere Angebote, «die ein offenes, respektvolles Schulklima fördern und sich mit Themen wie Mobbing und Gewalt auseinandersetzen».
Laut «Tagesspiegel» soll die Grundschülerin einen Suizidversuch unternommen haben und später im Krankenhaus an den Folgen gestorben sein. Als möglicher Hintergrund steht der Verdacht von Mobbing im Raum. Elternvertreter berichteten in Medien von einem solchen Problem an der Schule. Bislang ist allerdings weder die Todesursache geklärt, noch ist sicher, ob Mobbing zu dem mutmaßlichen Suizid führte.
Die Staatsanwaltschaft gab noch keine Details bekannt. Sie führt - wie in solchen Fällen üblich - ein Todesermittlungsverfahren durch, in dessen Rahmen die Leiche auch obduziert werden soll. Die Senatsbildungsverwaltung geht den Mobbing-Vorwürfen nach.
Scheeres sprach bei ihrem Schulbesuch mit deren Leitung, der Gesamtelternvertretung, einer Schulpsychologin sowie Vertretern der Schulaufsicht Reinickendorf. «Es war ein sehr offenes und in Anbetracht des tragischen Anlasses ausführliches und nachdenkliches Gespräch», hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Beteiligten.
Die Gesamtelternvertretung habe einzelne Konfliktfälle geschildert. «Von allen Gesprächsteilnehmern wurde jedoch betont, dass sich die Schule seit dem Leitungswechsel vor zwei Jahren positiv entwickelt hat», hieß es in der Erklärung weiter. «Die Schulleitung betonte, dass Probleme wie Gewalt und Mobbing angegangen werden.» Senatsverwaltung und Schulaufsicht unterstützten dies.
«Wir respektieren den ausdrücklichen Wunsch der Eltern der verstorbenen Schülerin nach einem würdigen und respektvollen Umgang mit ihrem tragischen Verlust», betonten alle Beteiligten. «Die anhaltenden öffentlichen Spekulationen stehen der Trauer der Familie entgegen, wir beteiligen uns daran nicht und appellieren auch an alle anderen, diesen Wunsch der Eltern zu respektieren.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 6. Februar 2019 16:30 Uhr

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