Weniger Wintervögel in Berliner Gärten

Weniger Wintervögel in Berliner Gärten

In Berlins Gärten und Parks sind in diesem Jahr vor allem deutlich weniger Amseln zu sehen. Das ist ein Ergebnis der Zählaktion «Stunde der Wintervögel», teilte der Naturschutzbund Deutschland am Mittwoch (30. Januar 2019) mit.

Leckerbissen für Vögel

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Amseln werden in Berlin rar.

Dabei hatten rund 3800 Naturliebhaber in der Hauptstadt Anfang Januar 60 Minuten lang Piepmätze beobachtet und gezählt. Im eigenen Garten oder im Park waren dabei im Schnitt nur rund zwei Amseln zu sehen - insgesamt rund 6000. Im Vergleich zum Vorjahr waren es rund 11 Prozent weniger Tiere, seit 2016 ist es der niedrigste Wert.

Amseln leiden unter Trockenheit und Virus

«Der sehr trockene Juli 2018 war schlecht für das Überleben der Jungvögel, da die Amseln kaum Regenwürmer finden konnten», sagte Nabu-Experte Lars Lachmann. Doch der Hauptgrund könnte die im Sommer 2018 grassierende Usutu-Epidemie sein. Das Virus aus Afrika, das vermutlich über Zugvögel eingeschleppt wurde, sorgt seit Mitte der neunziger Jahre für kleinere Ausbrüche unter Vögeln, die oft mit Amselsterben einhergehen.

Spatz ist häufigster Wintervogel

Unangefochten auf Platz eins landete in der Hauptstadt wie immer der Spatz. Die Berliner zählten in jeweils einer Stunde mehr als 22.000 Exemplare - im Schnitt 8 pro Garten. Auf Platz zwei flog die Kohlmeise, dicht gefolgt von der Blaumeise. Doch auch sie machte sich rar - im Vergleich zum Winter 2018 gab es bei der Zählung 13 Prozent weniger Blaumeisen.

Wälder bieten genügend Futter

Der Grund für insgesamt weniger Vögel in Gärten und Parks könnte nach Einschätzung des Nabu der relativ milde Winter sein. «Damit kommen weniger Vögel in die Gärten, weil sie in schneefreien Wäldern noch genug zu fressen finden», sagte Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Ob ein tatsächlicher Rückgang der Bestände die Ursache sein könnte, müsse aufmerksam verfolgt werden.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 30. Januar 2019 10:39 Uhr

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