«Gute-Kita-Gesetz»: Gratis-Frühstück und Brennpunktzulage

«Gute-Kita-Gesetz»: Gratis-Frühstück und Brennpunktzulage

Mit Hilfe einer Milliardenspritze des Bundes soll die Kinderbetreuung in Deutschland besser werden. Die Länder haben viele Ideen, was mit dem Geld passieren soll - auch Berlin.

Sandra Scheeres (SPD)

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Sandra Scheeres (SPD), Berliner Bildungssenatorin. Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv

Berlin (dpa/bb) - Für die rund 170 000 Berliner Kita-Kinder soll es demnächst ein kostenloses Frühstück geben. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) will das neue Angebot aus einem Milliardenpaket des Bundes für bessere Kinderbetreuung finanzieren. «Damit tragen wir zu einer gesunden und ausreichenden Verpflegung für wirklich alle Berliner Kinder bei», sagte sie am Freitag.
Außerdem will sie den Bundeszuschuss für eine «Brennpunktzulage» für Erzieher in Stadtteilen mit besonders großen sozialen Problemen einsetzen. So sollen in Zeiten akuten Fachkräftemangels mehr Erzieher für diese besonders geforderten Kitas gewonnen werden. Wie hoch die Zulage sein wird, steht noch nicht fest.
Im Rahmen des «Gute-Kita-Gesetzes» von Familienministerin Franziska Giffey (SPD), das am Freitag von Bundestag und Bundesrat verabschiedet wurde, bekommen die Länder vom Bund rund 5,5 Milliarden Euro bis zum Jahr 2022. Ziel sind mehr kostenlose Kitas sowie mehr Qualität etwa durch mehr Fachkräfte und pädagogische Angebote, mehr Räume, besseres Essen oder verlängerte Öffnungszeiten.
Auf Berlin entfallen Scheeres zufolge rund 300 Millionen Euro. Es sei erfreulich, dass der Bund die Länder im Bereich der frühkindlichen Förderung unterstütze, sagte sie. «Berlin hat als einziges Bundesland bereits die gebührenfreie Kita für alle Kinder verwirklicht und muss daher das Geld nicht mehr dafür verwenden», so Scheeres. «Wir wollen die Mittel für zusätzliche Qualitätsverbesserungen nutzen. Dabei ist aus unserer Sicht entscheidend, dass die Finanzierung durch den Bund langfristig sichergestellt ist.»
Wie genau die zusätzlichen Mittel in Berlin verteilt werden, steht laut Bildungsverwaltung noch nicht fest. Klar ist aber, dass die Kita-Leitungen durch Verwaltungsassistenzen unterstützt werden sollen. Geld soll auch für die Qualifizierung von Quereinsteigern im Erzieherberuf und den Ausbau der Kindertagespflege fließen.
«In die frühkindliche Förderung zu investieren, ist niemals falsch», erklärte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Paul Fresdorf. «Nun kommt es aber darauf an, dass das Geld auch zügig bereitgestellt wird und es nicht nur bei Ankündigungen bleibt.» Das Geld müsse direkt in die Qualitätssteigerung fließen, dazu gehörten mehr Weiterqualifizierung und Geld für Erzieher oder neue «Schnellbaukitas».
Derzeit gibt es in Berlin rund 170 000 Plätze in Kitas und Tagespflege. Bis 2020/21 sollen es 193 000 sein. Das Land gibt laut Bildungsverwaltung mehr als 1,5 Milliarden Euro im Jahr für die Kinderbetreuung aus. Allein für den weiteren Ausbau stünden mehr als 200 Millionen Euro bereit.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 14. Dezember 2018 15:30 Uhr

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