AfD-Politiker Braun will Parteijugend neu gründen

AfD-Politiker Braun will Parteijugend neu gründen

Nach Skandalen um rechtsradikale Äußerungen in mehreren Landesverbänden der Jungen Alternative (JA) hat sich der AfD-Bundestagsabgeordnete Jürgen Braun für eine Neugründung der Parteijugend ausgesprochen. «Wir kommen nicht umhin, eine neue Jugendorganisation aufzubauen, weil Provokateure aus dem Narrensaum in einzelnen Landesverbänden der JA für Chaos gesorgt haben», sagte der baden-württembergische Abgeordnete am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Einzelne, «gut funktionierende JA-Landesverbände» könnten möglicherweise von der neuen Organisation anerkannt werden. Als Beispiel nannte er den Verband in Nordrhein-Westfalen.

Jürgen Braun (AfD)

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Der AfD-Politiker Jürgen Braun will die Parteijugend neu gründen. Foto: Jörg Carstensen/Archiv

Braun sagte: «Ich vermute, dass sehr viele in der AfD jetzt diesen Schritt gehen wollen.» Am Ende «bräuchte man dafür einen Parteitagsbeschluss, den der Bundesvorstand vorbereitet». Auf Veranstaltungen der JA auf verschiedenen Ebenen seien zuletzt «seltsame Parolen gerufen und Gesänge angestimmt worden».
Anfang November hatte der JA-Bundesverband die Auflösung des Landesverbandes Niedersachsen beschlossen. Er reagierte damit auf eine seit September laufende Beobachtung durch den niedersächsischen Verfassungsschutz. Auch die JA-Verbände in Baden-Württemberg und Bremen werden von den jeweiligen Landesämtern beobachtet. Das Landesamt in Stuttgart hatte erklärt, es bestünden «Bezüge der JA BW zu Rechtsextremisten, die auf gemeinsame verfassungsfeindliche politische Ziele hindeuten». Der JA-Landesvorsitzende Moritz Brodbeck kündigte daraufhin am Wochenende an, er und vier weitere Mitglieder des Landesvorstands würden aus der Nachwuchsorganisation austreten.
Der JA-Bundesvorsitzende Damian Lohr hatte sich für die «Abgliederung» des niedersächsischen Verbandes ausgesprochen. Einige JA-Mitglieder warfen ihm jedoch vor, er sei zu spät gegen Radikale eingeschritten. Viele JA-Mitglieder sind auch in der AfD.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 22. November 2018 16:00 Uhr

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