Grüne fordern besseres Internet in Schulen

Grüne fordern besseres Internet in Schulen

Berlins Schulen müssen besser werden und endlich im Zeitalter der Digitalisierung ankommen, sagen die Grünen. Und weisen auf eine simpel klingende Voraussetzung dafür hin. Dies ist aber nicht das einzige Thema auf dem Parteitag am Wochenende.

Berliner Grüne

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Nina Stahr (l) und Werner Graf, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Berlin. Foto: Christoph Soeder/Archiv

Berlin (dpa/bb) - Die Grünen fordern eine bessere Ausstattung der Berliner Schulen mit Internetanschlüssen. «Wir brauchen ein funktionierendes W-Lan in allen Klassenräumen», sagte die Landesvorsitzende Nina Stahr am Donnerstag. «Das hört sich selbstverständlich an, muss aber mal wieder gesagt werden.»
Sie gehe davon aus, dass dies in mindestens der Hälfte der Schulen nicht gewährleistet sei. «Das ist ein Zustand in Berlin, der nicht mehr tragbar ist», meinte Stahr. «Wir erwarten von der Bildungsverwaltung eine Gesamtstrategie zur Digitalisierung in den Schulen - und das bald.»
Auf einem Parteitag an diesem Samstag wollen die Grünen über Wege beraten, die Berliner Schulen besser zu machen. «Berlins Schulen sind nicht auf die Zukunft vorbereitet», heißt es in einem Antrag der Parteispitze, der den Delegierten zur Beschlussfassung vorliegt. «Diese Zukunft ist digital, Berlins Schulen sind es nicht.» Erster Schritt sei ein stabiles und schnelles Internet für alle Schulen. Auf dem Parteitag stellen sich die beiden Landesvorsitzenden Stahr und Werner Graf zur Wiederwahl. Sie amtieren seit zwei Jahren, bis Donnerstag gab es keine Gegenkandidaten.
Ein weiteres Thema ist der geplante zusätzliche Feiertag in Berlin. Die Delegierten sollen darüber befinden, ob sie der Linken und SPD folgen, die sich auf den Internationalen Frauentag am 8. März festgelegt haben. Auch die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus hatte am Mittwoch für den 8. März votiert; eine Mehrheit auf dem Parteitag gilt als sehr wahrscheinlich.
Momentan sind die Grünen in Berlin Umfragen zufolge stärkste Partei. Wie eine neue repräsentative Erhebung im Auftrag des RBB und der «Berliner Morgenpost» ergab, liegt die Öko-Partei jetzt bei 24 Prozent. Zuletzt erzielte sie in der Hauptstadt im März 2013 einen solchen Wert. CDU und Linke folgen mit je 18 Prozent vor der SPD mit 15 Prozent; die AfD kommt auf 13 Prozent, die FDP auf 6 Prozent. Dank der Stärke der Grünen hat die rot-rot-grüne Koalition trotz extremer Schwäche der SPD weiterhin eine stabile Mehrheit von 57 Prozent.
«Es geht nicht darum, Umfragen zu gewinnen», sagte Stahr zu der neuen Umfrage. «Es geht auch nicht darum, wer innerhalb der Koalition zwischendurch vorne liegt, sondern darum, unsere Arbeit zu machen.» Natürlich freuten sich die Grünen, wenn ihre Arbeit bei den Menschen gut ankomme. «Das bestärkt uns darin weiterzumachen.» Mit Blick auf die nächste Wahl 2021 bemerkte die Parteichefin: «Aber wichtig ist, dass wir als Koalition insgesamt zum Ziel kommen und eine Mehrheit haben.» Eine Vorfestlegung auf eine Fortsetzung des Bündnisses sei das freilich nicht.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 22. November 2018 17:20 Uhr

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