Kontakten zu Rechtsextremen: AfD für Parteiausschluss

Kontakten zu Rechtsextremen: AfD für Parteiausschluss

Der Berliner AfD-Politiker Andreas Wild soll nach seinem Rauswurf aus der Abgeordnetenhausfraktion im Vorjahr nun auch aus der Partei ausgeschlossen werden. AfD-Sprecher Ronald Gläser bestätigte am Mittwoch entsprechende Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Der AfD-Landesvorstand beschloss demnach einstimmig, ein Parteiausschlussverfahren gegen Wild einzuleiten. Als Grund nannte Gläser Kontakte des Abgeordneten in die rechtsextreme Szene. «Das ist parteischädigendes Verhalten, das mit den Prinzipien der AfD nicht zu vereinbaren ist.»

Gedenken Pogromnacht 1938

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Andreas Wild (AfD) trägt beim Schweigemarsch zum 80. Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 die blaue Kornblume. Foto: Christoph Soeder/Archiv

Wild gilt als Rechtsaußen und fiel wiederholt mit provozierenden Äußerungen etwa gegen Flüchtlinge und Ausländer auf. Zuletzt sorgte er am 80. Jahrestag der Pogromnacht am 9. November für Wirbel: Wild trug bei der Gedenkstunde im Abgeordnetenhaus wie auch später am Holocaust-Mahnmal eine blaue Kornblume am Revers seines Jacketts. Solche Blumen dienten zwischen 1933 und 1938 in Österreich als Erkennungszeichen der damals verbotenen Nationalsozialisten.
Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek sprach von einer «widerlichen Provokation» und forderte die AfD auf, nach der «offensichtlich rechtsextremen Entgleisung» Konsequenzen zu ziehen. Der Vorfall dürfte bei der Entscheidung des AfD-Landesvorstandes um Partei- und Fraktionschef Georg Pazderski eine Rolle gespielt haben. Bereits im Juli 2017 war Wild aus der Fraktion ausgeschlossen worden. Seither sitzt er als fraktionsloser Abgeordneter im Landesparlament.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 14. November 2018 15:40 Uhr

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