Grütters: Unabhängige Kommission für Gedenkstätten-Führung

Grütters: Unabhängige Kommission für Gedenkstätten-Führung

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) will eine unabhängige Kommission zur Neubesetzung der Führungsspitze in der Berliner Stasiopfer-Gedenkstätte einsetzen. In dem Gremium sollen weder das Kanzleramt noch die Berliner Kulturbehörde vertreten sein, wie das Nachrichtenmagazin «Spiegel» in seiner neuen Ausgabe berichtet. Der Bund und das Land Berlin finanzieren die Gedenkstätten-Stiftung.

Monika Grütters (CDU)

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Monika Grütters (CDU), Kulturstaatsministerin. Foto: Christoph Soeder/Archiv

Dem langjährigen Gedenkstätten-Direktor Hubertus Knabe war gekündigt worden. Ihm wird vorgeworfen, nicht entschieden genug gegen die sexuelle Belästigung von Frauen durch den Vize-Direktor vorgegangen zu sein. Der Stiftungsrat, dessen Vorsitzender Kultursenator Klaus Lederer (Linke) ist, hatte Knabe einstimmig von seinen Aufgaben entbunden. Knabe sowie sein Stellvertreter haben Klagen beim Arbeitsgericht eingereicht.
Grütters wolle auch Kritik vorbeugen, dass Linken-Politiker Lederer einen Leiter beruft, der das DDR-Unrecht verharmlost, schreibt der «Spiegel». Sie wolle ein «Vertrauenssignal an die Opfer der SED-Diktatur und an die Gruppe der Experten senden, die an der Aufarbeitung der SED-Diktatur beteiligt sind», sagte demnach die CDU-Politikerin.
Nach Vorstellungen von Grütters könnten der Findungskommission fünf Mitglieder angehören, sagte ein Sprecher der dpa. Sie könnten mit der Arbeit beginnen, sobald die Direktorenstelle ausgeschrieben ist.
Auf Twitter hatte der geschasste Gedenkstätten-Leiter den Vorwurf zurückgewiesen, dass in Hohenschönhausen ein Klima von Angst und Mobbing geherrscht habe.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 12. Oktober 2018 15:40 Uhr

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