Flüchtlinge kochen für Obdachlose in Berlin-Zehlendorf

Flüchtlinge kochen für Obdachlose in Berlin-Zehlendorf

Ob Kürbisgemüse oder Eintopf: Deftige deutsche Speisen kommen auf den Tisch, wenn Flüchtlinge für Bedürftige kochen. Sie wollen damit in Berlin auch ein Zeichen der Solidarität setzen.

Suppenküche

© dpa

Ein Mann erhält eine warme Suppe. Foto: Boris Roessler/Archiv

Berlin (dpa/bb) - Erstmals kochen in diesem Winter Flüchtlinge für Bedürftige in Berlin-Zehlendorf. Die Suppenküche in der Pauluskirche bietet von Anfang Oktober bis Ende März drei Mal die Woche warme Mahlzeiten für Obdachlose und Menschen mit geringem Einkommen an. Die Winterhilfe in Zusammenarbeit mit dem evangelischen Diakonieverein gibt es bereits seit 1993. Neu ist in diesem Jahr die Unterstützung der gemeinnützigen milaa GmbH, die in der Flüchtlingshilfe aktiv ist.
«Wir wollen zwei Themen miteinander verbinden: Die Integrationsbemühungen für die Geflüchteten und die Solidarität gegenüber denen, die weniger haben», sagte Geschäftsführerin Jeanne Grabner am Montag. Bisher kochen zwei Mütter aus Afghanistan und Syrien - ein junger Bosnier liefert die Speisen anschließend aus.
Mindestens 50 Portionen pro Tag sind geplant. In Spitzenzeiten können es bis zu 80 werden. Das sei zum Beispiel am Ende des Monats und während der Weihnachtszeit der Fall, berichtet Heike Erpel vom evangelischen Diakonieverein. Sie ist Organisatorin des Projekts. Zusätzlich zu den Gerichten kommt ein Dessert auf den Tisch: Obst, Kuchen oder Joghurt.
Erpel hilft den Flüchtlingen dabei in der Küche - auch mit Tipps zu deutschen Zubereitungsarten. Die diesjährige Aktion findet sie sehr gut. Die Geflüchteten hätten Arbeit und könnten damit etwas Gutes tun. Außerdem sähen sie, dass es in Deutschland auch Armut gebe.
Die milaa GmbH stellt die Flüchtlinge an. Zunächst sollen sie nur 12 Stunden pro Woche arbeiten. Hinzu kommen Weiterbildungen im Bereich Catering und Veranstaltungsmanagement. Bis zum Ende des Winters sollen die Teilnehmer, deren Gesamtzahl noch offen ist, auf diese Weise ein eigenes Catering-Unternehmen aufbauen. «Arbeitsverträge zu haben ist unglaublich wichtig in Richtung Aufenthaltstitel», ergänzt Jeanne Grabner.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 9. Oktober 2018 09:58 Uhr

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