Prokop im Kreuzverhör: Drux weiter mit WM-Chancen

Prokop im Kreuzverhör: Drux weiter mit WM-Chancen

Drei Monate vor der Heim-WM stellt sich Bundestrainer Prokop einem besonderen Kreuzverhör. Kinder düfren den Handball-Spezialisten löchern. Der verriet viel über Paul Drux, Silvio Heinevetter und das WM-Ziel. Einiges aber bleibt weiter sein Geheimnis.

Paul Drux spielt einen Pass

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Paul Drux von den Füchsen Berlin spielt einen Pass. Foto: Jan Kuppert/Archiv

Berlin (dpa) - Eine etwas andere Pressekonferenz erlebte Handball-Bundestrainer Christian Prokop in der Berliner Grundschule Am Faulen See. Nach zwei Stunden Training mit den Jungen und Mädchen sah sich der 39-Jährige am Freitag teils brisanten Fragen ausgesetzt, die er jedoch souverän parierte. «Wenn ihr Weltmeister werdet, gewinnt ihr dann auch die nächste WM oder macht ihr es wie die Fußballer?», wollte ein Schülerreporter wissen. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw war vor Jahre nach dem Titelgewinn von Rio de Janeiro in Russland krachend gescheitert.
Auch bei Prokops Mannschaft lief in den vergangenen Jahren nicht alles rund. Auf die Frage, ob er manchmal sauer sei auf seine Jungs, erklärte der Chefcoach: «Das kann man so sagen. Es gibt Spiele, da funktioniert nicht, was man abgesprochen hat. Da muss man auch mal meckern.» Ein Junge wollte wissen, was sein schlimmster Fehler als Trainer war. «Die letzte EM war schlecht und da habe ich Fehler gemacht, sonst wäre sie nicht so ausgegangen. Aber wir sind ein Team und da ist nie einer allein schuld. Daraus müssen wir lernen und es im Januar besser machen», sagte Prokop.
Ob bei der Weltmeisterschaft vom 10. bis 29. Januar 2019 in Deutschland und Dänemark der Berliner Rückraumspieler Paul Drux trotz seiner erneuten Verletzung dabei sein kann, ließ Prokop offen. Der 23-jährige Füchse-Profi Drux war diese Woche am Fuß operiert worden und fällt nach Vereinsangaben zwei Monate aus. «Es ist gut, dass er jetzt operiert wurde, denn die Schmerzen waren nicht mehr auszuhalten. Die Tür steht ihm offen, die Chance für ihn auf die WM ist noch da. Wir haben nach seiner Rückkehr noch den Dezember und Anfang Januar Zeit. Ob das aber wirklich was wird, diese Entscheidung ist offen», sagte Prokop.
Die Kinder erfuhren auch viele Dinge aus dem Leben des Bundestrainers. So zum Beispiel, dass er als kleiner Jungs Fußball spielte. «Das habe ich ein halbes Jahr versucht, habe aber im Strafraum gesessen und Gänseblümchen gepflückt. Ich versuchte es auch mal beim Schwimmen. Mein Vater und meine Schwester spielten aber Handball, so bin ich letztlich da gelandet.» Seine Spieler-Karriere musste Prokop mit 22 Jahren nach einer Verletzungsmisere beenden.
Als Ziel für die WM gab er die Top Vier aus. «Zu Hause will man keine Enttäuschung erleben. Das Halbfinale wäre schon ein Erfolg. Außerdem wollen wir das Publikum mitnehmen, so dass ihr auf der Tribüne sagt: das ist eine coole Truppe.» Gelingt das, darf es zur Belohnung auch Fast Food sein. «Bei meinem Lieblingsessen richte ich mich nach meiner fünfjährigen Tochter, die mag Spaghetti Bolognese. Bei der Nationalmannschaft gibt es Nudeln und Hühnchen, nach Siegen auch Hamburger», berichtete Prokop.
Wer ist der Lieblingsspieler des Bundestrainers? Da schwieg Prokop ebenso clever wie bei den Fragen nach seinem Gehalt und dem Lieblingsclub. Also wurde die Kleinen konkret: «Was ist mit Silvio Heinevetter?» Über den Berliner Torhüter sagte Prokop lachend: «Ein auffälliger Spieler, der ganz wichtig werden kann.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 5. Oktober 2018 16:20 Uhr

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