Bischöfe mahnen mehr Miteinander in Deutschland an

Bischöfe mahnen mehr Miteinander in Deutschland an

Kirchenvertreter haben zum Tag der Deutschen Einheit ein stärkeres Miteinander in Deutschland angemahnt. «Die Mauer, die uns trennte, ist Geschichte. Dafür entstehen heute an anderer Stelle Fliehkräfte, die unsere Gesellschaft auseinander treiben wollen», sagte der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge am Mittwoch bei einem ökumenischen Gottesdienst mit den Spitzen des Staates in der Hauptstadt. «Einheit bedeutet deshalb heute nicht nur die Einheit von Ost und West, sondern auch die soziale Einheit unseres Landes. Nur wenn wir alle mitnehmen, sichern wir den sozialen Frieden in unserem Land.»

Bischof Heiner Koch begrüßt Besucher

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Bischof Heiner Koch begrüßt Besucher eines Gottesdienst. Foto: Lisa Ducret/Archiv

Der katholische Berliner Erzbischof Heiner Koch beklagte «inhaltliche und kommunikative Verhärtungen in unserer Gesellschaft» sowie «simplifizierende Pauschalisierungen und wuterfüllte Empörungen des Populismus». Menschen und Gesellschaft müssten sich wieder als Lernende verstehen, hieß es laut Manuskript in seiner Predigt. «Wer nicht lernbereit ist, (...) wer sich und seine Überzeugung für absolut hält und sich nicht als veränderungsnotwendig wahrnimmt, der ist mitten im Leben tot.»
An dem Gottesdienst im Berliner Dom als Teil der zentralen Feierlichkeiten zum 28. Jahrestag der Wiedervereinigung nahmen unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) teil. Am Mittag war in der Deutschen Staatsoper ein Festakt der Verfassungsorgane geplant.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 3. Oktober 2018 11:50 Uhr

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