Mehr Sozialarbeit für Berlins Obdachlose

Mehr Sozialarbeit für Berlins Obdachlose

Obdachlose in Berlin bekommen im Frühjahr und Sommer qualifiziertere Hilfe - wenn sie wollen. Sozialarbeiter sollen der zunehmenden Verelendung von Menschen auf der Straße entgegenwirken.

Berliner Stadtmission

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Die umgebaute Traglufthalle der Berliner Stadtmission auf dem Containerbahnhof nahe der Frankfurter Allee. Foto: Sophia Kembowski/Archiv

Berlin (dpa/bb) - Berliner Obdachlose können eine neue ganzjährig geöffnete Hilfseinrichtung in Anspruch nehmen. Die Berliner Stadtmission hat am Donnerstag ihre umgebaute Traglufthalle auf dem Containerbahnhof nahe der Frankfurter Allee eröffnet. Die Halle bietet 54 Plätze für Männer sowie 16 für Frauen und ist mehr als eine reine Notübernachtung, wie die Organisatoren mitteilten. Jeweils von April bis Oktober wollen Sozialarbeiter künftig dort Menschen durch individuelle Betreuung Perspektiven aufzeigen. «Es geht darum, die Verelendung zu stoppen und Voraussetzungen für weitere Unterstützung zu klären», sagte Ortrud Wohlwend, Sprecherin der Stadtmission. Ziel sei die Vermittlung in weiterführende Hilfen.
Voraussetzung sei allerdings, dass sich obdachlose Menschen für Hilfe öffneten. «Damit eine solche Beratung möglich ist, darf zum Beispiel keine extreme Alkoholabhängigkeit bestehen», ergänzte Wohlwend. Geplant seien in der Regel drei bis vier Tage Aufenthalt und Begleitung bei den ersten Schritten, zum Beispiel zu Ämtern.
Strenge Regeln gibt es auch: Das Hilfsangebot endet, wenn ein Gast die Zusammenarbeit verweigert oder zum Beispiel durch Gewalt oder Drogendelikte auffällt. Eine vierwöchige Sperre für weitere Übernachtungen ist dann auch möglich.
Damit verdoppelt die Stadtmission ihre Kapazität für qualifiziertere Hilfsangebote auf dann rund 140 Plätze. Rund 70 Plätze gibt es bereits das ganze Jahr über gemeinsam mit der Caritas in der Moabiter Franklinstraße.
In diesem Jahr wird das neue Angebot zunächst nur für einige Wochen bestehen. Denn vom 1. November an wird die Traglufthalle mit dem Spitznamen «Halleluja» wieder umgebaut und wie gewohnt mit geplanten 100 Plätzen als reine Kälte-Notübernachtung mit Essensausgabe dienen.
Erstmals wollen dort auch Sozialarbeiter der polnischen Hilfsorganisation Barka gezielt polnische Obdachlose ansprechen und Perspektiven für eine Rückkehr in die Heimat aufzeigen. «Den Hut behalten aber wir auf», betonte Wohlwend.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 20. September 2018 19:20 Uhr

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