Erstklässler sollen beim Schreiben korrigiert werden

Erstklässler sollen beim Schreiben korrigiert werden

Berliner Grundschüler sollen beim Schreibenlernen durchaus korrigiert werden. «Es geht nicht, dass Lehrkräfte Falsches falsch stehen lassen», sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Mittwoch. «Wissenschaftler sind sich einig, dass es wichtig ist, zu korrigieren, damit Kinder die richtige Schreibweise verinnerlichen.»

Sandra Scheeres

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Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Foto: Britta Pedersen/Archiv

Die Sprecherin der Bildungsverwaltung, Beate Stoffers, ergänzte: «Der Rahmenlehrplan gibt es nicht her, dass «Lesen durch Schreiben» in Reinform angewandt wird.» Die Lehrerinnen und Lehrer können demnach in eigener Verantwortung in ihren Schulfachkonferenzen darüber entscheiden, welche Materialien sie nutzen und wie sie Korrekturen in den Unterricht einfließen lassen. «Das kann man ganz unterschiedlich machen.»
Das Arbeiten mit sogenannten Anlauttabellen, wo Schüler sich die passenden Anlaute anhand kleiner Symbolbilder (Affe für A) heraussuchen und dann mit deren Hilfe Wörter schreiben, ist in Berliner Schulen zwar verbreitet. «Aber es muss korrigiert werden von Anfang an», betonte Stoffers.
Viele Lehrkräfte arbeiten aber auch mit einer der Fibeln, die es auf dem Markt gibt. Die Bildungsverwaltung geht davon aus, dass dies sogar die Mehrheit ist. Bei der Fibelmethode werden Buchstaben und Wörter schrittweise und nach festen Vorgaben eingeführt.
Eine Studie hatte jüngst verschiedene Methoden zum Schreibenlernen verglichen und war zu dem Ergebnis gekommen, dass Kinder nach dieser Methode als Viertklässler die wenigsten Rechtschreibfehler machten. Bei der Reinform von «Lesen durch Schreiben» sollen Schüler möglichst viel frei und unkorrigiert schreiben und das Lesen darüber mitlernen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 19. September 2018 12:20 Uhr

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