Doppelt so viele Quereinsteiger an Brennpunkt-Schulen

Doppelt so viele Quereinsteiger an Brennpunkt-Schulen

Der Grundschulverband fordert eine Korrektur der Lehrerverteilung an Berliner Schulen. «Es ist nicht hinnehmbar, dass an Schulen in einem schwierigen sozialen Umfeld weit mehr Menschen ohne genuine Lehramtsausbildung zum Einsatz kommen als in den vorwiegend bürgerlichen Stadtvierteln», betonte der Verband am Donnerstag in einer Mitteilung. Er reagierte damit auf eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung, über die die Wochenzeitung «Die Zeit» am Mittwoch vorab berichtet hatte.

Schüler

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Kinder werden zur feierlichen Einschulung in einer Grundschule geführt. Foto: Bernd Wüstneck/Archiv

Danach unterrichten an Berliner Grundschulen in Stadtteilen mit sozialen Problemen überproportional viele Quereinsteiger. In der Hauptstadt umfasst die Zahl der Seiteneinsteiger an Grundschulen in Brennpunkten fast zehn Prozent des Kollegiums. An Grundschulen in bürgerlichen Vierteln seien es nur halb so viele.
Für die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Hildegard Bentele, vertieft das die soziale Spaltung. Denn damit entwickelten sich die Chancen auf guten Schulunterricht weiter auseinander. Gerade Brennpunktschulen brauchten mehr multiprofessionelle Teams sowie gute Arbeitsbedingungen, Aufstiegsmöglichkeiten. Bentele rät auch dazu, bereits im Studium, Praktikum und Referendariat auf die Arbeit an Brennpunktschulen vorzubereiten - als Pflicht in der Lehrerausbildung.
Auch der Grundschulverband sprach sich für einen entschiedenen Eingriff und eine Steuerung durch den Staat bei der Personalverteilung aus. Die Studie bestätige mit eindrucksvollem statistischem Material die Befürchtung, dass die gegenwärtige Praxis des Einsatzes von Quer- oder Seiteneinsteigern die Bildungschancen insbesondere von Kindern mit schwierigen Lebens- und Lernbedingungen weiter schmälere.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 13. September 2018 16:50 Uhr

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