Interesse an Projekt zum Tod von Kindern in der DDR

Interesse an Projekt zum Tod von Kindern in der DDR

Ein Forschungsprojekt zu unklaren Todesfällen von Neugeborenen in der DDR kann auf eine gute Basis zurückgreifen. Auf einen Aufruf hin hätten sich 110 Familien gemeldet, für die nicht sicher sei, was mit ihren Kindern passiert ist, sagte Sachsen-Anhalts Aufarbeitungsbeauftragte Birgit Neumann-Becker am Dienstag in Magdeburg. «Die gute Resonanz ermöglicht es uns, dem Phänomen nachzugehen.» Aufgearbeitet werden sollen die Eindrücke von Frauen, die annehmen, dass ihnen der Tod ihres Kindes zu DDR-Zeiten nur vorgetäuscht worden ist.

Birgit Neumann-Becker

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Aufarbeitungsbeauftragte Birgit Neumann-Becker spricht während eines Interviews im Foyer der Universität Halle. Foto: Gregor Fischer/Archiv

Seit einigen Jahren kommen Frauen auf Neumann-Becker zu, die nicht mehr glauben, dass ihr Kind vor, während oder nach der Geburt gestorben ist. Diese Frauen hätten meist in den 1970er und 1980er Jahren in der DDR entbunden. Sie halten es für möglich, dass ihr Kind nicht gestorben ist, sondern lebt und nicht über seine Herkunft informiert ist.
Im Rahmen des Forschungsprojekts unter Leitung des Direktors des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Universität Ulm, Florian Steger, werden nun Zeitzeugengespräche geführt und wissenschaftlich ausgewertet. Zusätzlich werden Akten und Protokolle zurate gezogen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 4. September 2018 15:30 Uhr

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