SPD-Politikerin Chebli: Özil-Rückzug ist «Armutszeugnis»

SPD-Politikerin Chebli: Özil-Rückzug ist «Armutszeugnis»

Die Berliner SPD-Politikerin Sawsan Chebli hat den von Rassismusvorwürfen begleiteten Rücktritt Mesut Özils aus der Fußball-Nationalmannschaft als «Armutszeugnis» für Deutschland bezeichnet. Gleichzeitig stellte die Staatssekretärin mit palästinensischen Wurzeln in Frage, dass Menschen aus Zuwandererfamilien als Deutsche wahrgenommen und respektiert werden. «Werden wir jemals dazugehören? Meine Zweifel werden täglich größer», twitterte sie. «Darf ich das als Staatssekretärin sagen? Ist jedenfalls das, was ich fühle. Und das tut weh.»

Sawsan Chebli

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Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli spricht im Roten Rathaus. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv

In einem weiteren Tweet beklagte Chebli Rassismus. «Finde das Erdogan-Foto falsch, die Art des Abgangs fragwürdig, den Mangel an Selbstkritik schade, dass Hater auf beiden Seiten den Fall missbrauchen, ätzend», schrieb sie am Montag. «Und doch zeigt der Fall: wir haben ein Rassismus-Problem.» Und weiter: «Man kann noch so viel Geld verdienen, doch so weit gekommen sein, sich noch so gut integrieren und dennoch Rassismus erleben und diesen anprangern. Kein Widerspruch». Sie wolle nicht aufgeben. «Ich lasse nicht zu, dass mich Nazis, Rassisten, Extremisten und Hater in allen Lagern brechen u. mir mein Deutschsein rauben.»
Chebli ist Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales. Sie ist auf Twitter oder Facebook sehr aktiv und will ihre Äußerungen in diesen sozialen Netzwerken als privat verstanden wissen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 23. Juli 2018 14:20 Uhr

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