Berlin bekommt neue Straßenzeitung

Berlin bekommt neue Straßenzeitung

Nach dem Aus der Obdachlosenzeitung «Strassenfeger» gibt es ein Ersatzprojekt.

Ein Stapel der Straßenzeitung «Karuna Kompass»

© dpa

Ein Stapel der Straßenzeitung «Karuna Kompass».

Die Berliner Sozialgenossenschaft Karuna will ab sofort mit ihrer Zeitung «Karuna Kompass» einspringen und die Ausgaben an Obdachlose, die ehemaligen Verkäufer des «Strassenfeger», verschenken. Verkauft wird zunächst eine bereits im vergangenen August produzierte Ausgabe der Zeitung mit dem Titel «Spar Dir Dein Mitleid».

Auflage von 10.000 Stück geplant

«Wir werden die Zeitung kontinuierlich in einer Auflage von 10.000 Stück pro Monat produzieren und werden natürlich die Obdachlosen dieser Stadt einbeziehen», sagte Geschäftsführer Jörg Richert am Donnerstag im Abgeordnetenhaus.

«Karuna Kompass» kostet 1,50 Euro

Politische Unterstützung erhielt das Vorhaben von Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke), die ehrenamtliche Mitarbeiter empfing und die ersten Exemplare kaufte. 1,50 Euro kostet eine Zeitung, das Geld können die Verkäufer behalten. Bisher blieben ihnen nur 90 Cent - 60 Cent mussten sie für den «Strassenfeger» bezahlen.

Straßenzeitung wird auch durch Werbung finanziert

Karuna will den Druck und Vertrieb der Zeitung organisieren und durch Stiftungsgelder und Werbung finanzieren. Die Genossenschaft engagiert sich für benachteiligte Jugendliche.

Obdachlosigkeit und Zukunftsthemen im Fokus

Richert betonte, die Zeitung solle mehr sein als eine reine Obdachlosenzeitung und sich auch sozialen Zukunftsthemen widmen. Die Redaktion werde aus etwa acht bis zehn Mitarbeitern bestehen und durch die ehrenamtliche Jugendarbeit unterstützt. Er habe von den Verkäufern des «Strassenfeger» bereits viel Zuspruch erhalten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 28. Juni 2018 16:05 Uhr

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