Obdachlosenzeitung «Strassenfeger» steht vor dem Aus

Obdachlosenzeitung «Strassenfeger» steht vor dem Aus

Die Berliner Obdachlosenzeitung «Strassenfeger» steht vor dem Aus. «Wir sind vom Träger darüber informiert worden, dass die Zeitung eingestellt werden soll», sagte eine Sprecherin der Sozialsenatsverwaltung am am 18. Juni 2018.

Straßenzeitung Strassenfeger

© dpa

Ein Zeitungsaussteller der Obdachlosenzeitung «Strassenfeger».

«Wir bedauern das sehr. Der «Strassenfeger» war eine wichtige Institution für Berlin als Hilfe für die Betroffenen.» Zuvor hatte der Rundfunk Berlin-Brandenburg über die Bestätigung berichtet.
Auflagenschwund und finanzielle Engpässe sollen nach Berichten von «Berliner Kurier» und «B.Z» die Gründe für das Ende der Obdachlosenzeitung sein, deren Auflage demnach aktuell bei etwa 10 000 bis 12 000 Exemplaren liegt.

Der herausgebende Verein äußerte sich zunächst nicht

Am Abend sollte es aber eine außerordentlich Mitgliederversammlung in den Redaktionsräumen geben. In Berlin wird neben dem «Strassenfeger» auch die Zeitung «Motz» von Obdachlosen zum Verkauf angeboten. Beide widmen sich vor allem Themen wie Armut, Wohnungsnot und anderen sozialen Problemen. Zudem wurde zeitweise das Kunst-und-Kultur-Magazin «Streem» auf Berliner Straßen verkauft. Laut RBB wird in keiner anderen deutschen Stadt mehr als eine Straßenzeitung ausgegeben.

Viele Menschen gingen mit dem «Strassenfeger» betteln

Wie viele Verkäufer es in Berlin gibt, ist nicht genau bekannt. Mara Fischer, Vorstand beim Verein Strassenfeger, hatte jedoch erst vor kurzem beklagt, dass immer mehr Menschen mit der Zeitung betteln gingen. «Wir haben keine Handhabe dagegen», sagte sie damals der Deutschen Presse-Agentur.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 19. Juni 2018 09:05 Uhr

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