Umfrage: Sympathie für illegale Hausbesetzungen wächst

Umfrage: Sympathie für illegale Hausbesetzungen wächst

Die Wohnungsknappheit in Berlin hinterlässt offensichtlich Spuren im Meinungsbild der Bürger: 53 Prozent halten laut einer Umfrage gesetzeswidrige Hausbesetzungen für ein legitimes Mittel, um auf Wohnungsnot aufmerksam zu machen. Im Osten Berlins sind es 57, im Westteil 50 Prozent, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag der «Berliner Zeitung» (Montag) ergab.

Wohnungsknappheit

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in Graffiti-Schriftzug ist an der Fassade eines Hauses zu lesen. Foto: Stefan Rampfel/Archiv

«Die zeitweise Hausbesetzung wird laut Forsa von jüngeren Bürgern eher unterstützt als von älteren», schreibt das Blatt. Weiterhin sprachen sich 43 Prozent der Bürger dafür aus, dass die Polizei zunächst die illegalen Hausbesetzungen dulden und dann mit den Besetzern verhandeln sollte.
Am Pfingstwochenende hatten Hausbesetzer mit mehreren Aktionen gegen überteuerten Wohnraum und Leerstand protestiert und aufmerksam gemacht. Vor allem Anhänger der Linken und der Grünen sprachen sich mit 83 beziehungsweise 77 Prozent der Umfrage zufolge für solche Aktionen aus. Laut Polizei handelte es sich seinerzeit größtenteils um «Scheinbesetzungen», es wurde allerdings auch ein Haus in Neukölln geräumt und Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs eingeleitet.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 4. Juni 2018 10:30 Uhr

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