Umgebindehäuser: Vom Ladenhüter zum Objekt der Begierde

Die Oberlausitz verfügt über einen architektonischen Schatz. Ihn wollen immer mehr Liebhaber alter Häuser für sich heben.
Umgebindehäuser
Auf einer Wiese steht ein saniertes Fachwerk-Umgebindehaus. Foto: Matthias Hiekel/Archiv © dpa

Ebersbach/Neugersdorf (dpa) - Das Interesse an traditionellen Fachwerkhäusern in der Oberlausitz wächst und die Warteliste potenzieller Käufe wird immer länger. «Inzwischen wissen wir von zwölf Leuten, die ein Umgebindehaus kaufen möchten. Dabei sind kleine Häuser genauso gefragt wie ganze Höfe.», sagte Arnd Matthes, Leiter der Geschäftsstelle Stiftung Umgebindehaus.

Am kommenden Sonntag (27.5.) laden er und sein Mitstreiter zum 14. Informationstag ein, um die europaweit einzigartige Volksbauweise zu entdecken. In mehr als 100 Umgebindehäusern in Sachsen und den angrenzenden nordböhmischen und schlesischen Gebieten können dann Interessierte einen Blick hinter die Fassaden werfen.

Rund 6500 Häuser mit der einmaligen Architektur aus slawischer Blockbauweise und deutscher Fachwerktechnik prägen seit Jahrhunderten das Dreiländereck zwischen Deutschland, Polen und Tschechien. Zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert kamen fränkische Siedler in die Region und verbanden in dem rauen Klima ihr Wissen über Hausbau mit der slawischen Tradition der Blockhäuser. Die meisten der heute noch bestehenden Umgebindehäuser stammen allerdings aus dem 17. bis 19. Jahrhundert; die letzten ihrer Art entstanden in den 1920er Jahren.

Derzeit arbeitet Matthes an einer Datenbank. «Wir haben in der Oberlausitz etwa 70 Prozent der Häuser erfasst, die bereits auf der Denkmalliste stehen.» Die anderen seien bereits begutachtet, aber noch nicht in die Online-Kartei aufgenommen. Außerdem gibt es immer noch Neuentdeckungen: Manche Umgebindehäuser wurden im Laufe der Zeit so verbaut, dass man erst bei einer Sanierung sieht, was sich hinter der Fassade verbirgt. Neben historischen Daten wie das Baujahr, enthält die Datenbank Informationen zum Zustand oder auch Sanierungsfortschritt.

Die Denkmalretter kommen inzwischen aus ganz Deutschland in die Oberlausitz. «In Obercunnersdorf, Waltersdorf oder Oybin gibt es keine leerstehenden Häuser mehr», berichtete Matthes. Die Sorgenkinder aus Holz und Lehm fänden sich dagegen häufig an Straßen. Auch in Dittelsdorf suchen noch einige Umgebindehäuser einen Liebhaber, der altes Handwerk mit modernem Wohnen verbinden will.

Wie diese Mischung gelingen kann, zeigen viele Beispiele beim Tag des offenen Umgebindehauses. Die Veranstaltung wird um 10.00 Uhr in der Stiftungsgeschäftsstelle in Ebersbach-Neugersdorf, im Stammhaus der Textilfirma C. G. Hoffmann, eröffnet. Die Stiftung Umgebindehaus setzt sich seit 2004 für den Erhalt der Volksbauweise ein. Mit ihrer Unterstützung ist es seitdem gelungen, viele der historischen Gebäude zu sanieren.

Quelle: dpa
Aktualisierung: Freitag, 25. Mai 2018 10:10 Uhr
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