Grüne fordern Rettung des Frauenprojekts «Evas Haltestelle»

Eine Anlaufstelle für obdachlose Frauen muss ausziehen und findet auf dem Mietmarkt keine neuen Räume. Der Bezirk Mitte steht beratend zur Seite - für die Grünen vollkommen unzureichend.

Berlin (dpa/bb) - Die Grünen-Fraktion fordert vom Senat mehr Unterstützung für das in Berlin einzigartige Hilfsangebot «Evas Haltestelle». Die Räume der Anlaufstelle für obdachlose Frauen wurden gekündigt. Nun hat die Organisation Probleme, neue zu finden. Der Senat sieht nach eigenen Angaben keine Möglichkeit, den Verein finanziell zu unterstützen, wie aus einer Antwort der Sozialverwaltung auf eine Anfrage (18/14811) der Grünen-Abgeordneten Fatos Topac hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das sei nach geltendem Haushaltsrecht die Aufgabe des Bezirks.

Evas Haltestelle ist seit 1997 eine Einrichtung des gemeinnützigen Vereins «Sozialdienst katholischer Frauen» in Berlin und eine der wenigen Anlaufstellen, die sich speziell an obdachlose Frauen richtet. «Viele der Frauen haben Missbrauch erlebt, deswegen ist es wichtig, dass sie ihren eigenen Schonraum haben», sagte Elke Ihrlich, Bereichsleiterin für Wohnungslose bei dem Verein, der dpa.

In die Stelle im Stadtteil Gesundbrunnen kommen jeden Werktag etwa 35 bis 40 Frauen. Eine Sozialarbeiterin ist dort beschäftigt, ansonsten setzt der Verein auf ehrenamtliche Mitarbeiterinnen. Nun muss die Anlaufstelle bis Ende Mai ausziehen. Die Immobiliensuche sei sehr schwierig, sagte Ihrlich. Sie habe zwar nun endlich einen Vermieter gefunden, der eine solche Anlaufstelle zulasse. Jedoch könne der Verein die Kosten nicht alleine tragen. «Wenn uns jetzt keiner hilft, sind wir Ende Mai weg», sagte sie.

Das Bezirksamt Mitte unterstützt den Verein laut der Senatsantwort bereits, indem es den Verein bei Verhandlungen mit potenziellen Vermietern unterstützt. Ihrlich verhandelt nach eigenen Angaben mit dem Bezirk nun auch über eine finanzielle Unterstützung.

Die Abgeordnete Topac kritisierte die bisherige Hilfe der Behörden als vollkommen unzureichend. Die landeseigenen Wohungsbaugesellschaften müssten «eigene Räumlichkeiten zum Erhalt der Daseinsvorsorge zur Verfügung stellen», forderte Topac.

Quelle: dpa
Aktualisierung: Sonntag, 20. Mai 2018 11:10 Uhr
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