Berlin verteilt Hülle für «Schwer-in-Ordnung-Ausweis»

Berlin verteilt Hülle für «Schwer-in-Ordnung-Ausweis»

Die Idee kommt von einem Mädchen mit Down-Syndrom. Die Schülerin wollte lieber einen «Schwer-in-Ordnung-Ausweis» statt einen Schwerbehindertenausweis. Gut ein halbes Jahr später gibt es auch in Berlin eine Hülle mit neuer Aufschrift. Sozialstaatssekretär Alexander Fischer (Linke) stellte die Plastikhülle am Montag vor.

Schwer-in-Ordnung-Ausweis

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Mit dem «Schwer-in-Ordnung-Ausweis» soll zur Inklusion beigetragen werden. Foto: Britta Pedersen

In der Hauptstadt leben nach Angaben der Senatsverwaltung rund 400 000 Menschen, die als schwerbehindert anerkannt sind. Sie brauchen den Ausweis etwa, um günstiger Bus und Bahn zu fahren.
Für den Schwerbehindertenausweis können sie nun beim Versorgungsamt des Lageso kostenlos eine neue Hülle beantragen. Das geht per Brief, Mail oder Telefon. Die durchsichtige Plastikhülle hat einen grünen Streifen mit der Aufschrift «Schwer-in-Ordnung-Ausweis».
Die Schülerin Hannah Kiesbye aus Schleswig-Holstein hatte die Debatte ins Rollen gebracht. Weil sie sich darüber ärgerte, dass sie beim Einsteigen in den Bus ihren Schwerbehindertenausweis vorzeigen muss, schrieb sie dazu im Herbst einen Artikel.
Beispielsweise in Brandenburg, Hamburg und Niedersachsen gibt es seitdem Hüllen für den «Schwer-in-Ordnung-Ausweis». Die Benennung des Ausweises selbst ist Sache des Bundes. Sozialverbände hatten angeregt, auch das Dokument umzubenennen, nicht nur die Hülle.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 23. April 2018 13:40 Uhr

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