Antisemitismusbeauftragter: Echo für Rapper ist inakzeptabel

Antisemitismusbeauftragter: Echo für Rapper ist inakzeptabel

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat die Verleihung des Echos an die Rapper Kollegah und Farid Bang als inakzeptabel kritisiert.

Echo 2018

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Kollegah (r) und Farid Bang während der diesjährigen Echo-Verleihung.

«Solche Zeilen verletzen nicht nur Holocaustüberlebende, sondern auch ihre Familien», sagte er am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. «Das missbraucht die Kunstfreiheit und ist inakzeptabel.» Es sei problematisch, dass die Rapper Hunderttausende junger Menschen erreichen, sagte Klein. Einer renommierten Veranstaltung wie der Echo-Preisverleihung sei das nicht würdig.
Kollegah und Farid Bang hatten am Donnerstagabend einen Echo in der Kategorie Hip-Hop/Urban National bekommen. Schon ihre Nominierung hatte vorab eine heftige Diskussion um die Liedzeile «Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen» ausgelöst. Die Rapper sagen, es gehe nicht um eine politische Meinung, sondern um Kunst - und das sei natürlich ein «dehnbarer Begriff».
Das Bundeskabinett hatte den Diplomaten Klein am Mittwoch zum ersten Beauftragten für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus ernannt.
Echo-Verleihung 2018
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Fotos: Echo 2018

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 13. April 2018 14:57 Uhr

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