Schiebers emotionale Rückkehr

Schiebers emotionale Rückkehr

Nach 413 Tagen feiert Julian Schieber sein Comeback für Hertha BSC. Beim 0:0 gegen den VfL Wolfsburg reicht es zu einem Kurzeinsatz. Angesichts seiner langen Verletzungszeit hat der Stürmer für diese Saison noch einen großen Wunsch.

Julian Schieber

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Julian Schieber lacht und nimmt den Ball an. Foto: Soeren Stache/Archiv

Berlin (dpa) - Auf diesen Moment hatte Julian Schieber mehr als ein Jahr hingefiebert. Mit Sprechchören begrüßten die Fans von Hertha BSC den lange verletzten Stürmer - genießen konnte dieser das Ende seiner Leidenszeit allerdings zunächst noch nicht so richtig. «Es ging alles leider so schnell», berichtete Schieber nach seiner Einwechslung beim 0:0 gegen den VfL Wolfsburg. Erstmals seit 413 Tagen stand er nach einer erneuten Knieverletzung wieder auf dem Platz - und sieht sich im Alter von 29 Jahren noch lange nicht am Ende: «Ich will noch zwei, drei, vier Jahre auf Topniveau weiterspielen, das traue ich mir zu.»
Zum zweiten Mal in seiner Karriere kämpfte er sich nach einem Knorpelschaden wieder heran. In der 83. Minute kam er nun für Salomon Kalou aufs Feld. «Ich bin einfach froh, nach 14 Monaten wieder Teil der Mannschaft zu sein. Es war echt eine harte Zeit mit langen Nächten», sagte Schieber und bekannte: «Viele hatten mich schon abgeschrieben.»
Wo seine sportliche Zukunft nun sein wird, ist noch unklar. Schiebers Vertrag beim Berliner Fußball-Bundesligisten läuft am Saisonende aus. «Wir haben wirklich noch keine großen Gespräche geführt», berichtete er. «Vielleicht kommen die Gespräche jetzt zustande, ich weiß es nicht.»
Zumindest den Rest dieser Saison stellt sein Coach ihm weitere Einsätze in Aussicht - auch aufgrund der persönlichen Situation Schiebers. «Wir versuchen ihm Spielzeit zu geben, damit er sich nochmal zeigt», sagte Pal Dardai am Sonntagmorgen nach dem Auslaufen. «Er ist ein ablösefreier Spieler. Wir machen keinen kaputt. Er ist ein guter Junge, mit guter Mentalität.»
Schon Ende Februar 2015 war Schieber mit einem Knorpelschaden ausgefallen, musste operiert werden und kehrte erst nach knapp einem Jahr zurück. Seitdem erzielte er drei Ligatreffer - und giert nach neuen Erfolgserlebnissen. «Ich will diese Saison auf jeden Fall noch mit einem Tor abschließen», betonte der gebürtige Schwabe.
Ganz Hertha sehnt sich danach, dass die Tor-Flaute des gesamten Teams endlich vorbei ist. Seit 302 Minuten sind die Berliner nun schon ohne eigenen Treffer im Olympiastadion, bei nur sechs Rückrundentoren ist derzeit nur der Tabellenletzte Hamburger SV noch harmloser.
Im Spiel fehle die Effektivität, hat auch Dardai erkannt - möglicherweise sollen Neuzugänge die Misere für kommende Saison beenden. «Entweder es kommt oder wir müssen nachkaufen», sagte der Ungar. Und auch ein Rezept aus seiner eigenen Karriere bläut Dardai seinen Profis ein und fordert mehr Abschlüsse aus der Distanz. «Ich habe jedes Spiel zwei-, dreimal aus 20 Metern geschossen», erinnerte sich der Mittelfeldspieler. «Vogelnest, Eckfahne, Zuschauer - und der vierte hat dann gesessen.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 1. April 2018 14:00 Uhr

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