Goldzähne und krankes Pferd: Hunderte Erbschaften für Berlin

Der Staat als Erbe - das kommt auch in Berlin gar nicht so selten vor. Über so manchen Nachlass freut sich der Finanzsenator. Doch es gibt auch ungewöhnliche Fälle.
Erbschaften
Ein Formular für die Erbschaftsteuererklärung, Stift und Testament. Foto: Hans-Jürgen Wiedl/Archiv © dpa

Berlin (dpa/bb) - Berlin hat im vergangenen Jahr etwas weniger Geld durch Erbschaften eingenommen als 2016. 2017 bescherten Nachlässe, die an das Land fielen, dem Haushalt 5,19 Millionen Euro. Im Jahr zuvor waren es 5,34 Millionen Euro. Das geht aus Daten der Finanzverwaltung hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Demnach übernahm das Land 2017 genau 706 Erbschaften: Der größte Teil - 694 - fiel an den Staat, weil Nachlassgerichte keine anderen Erben ermitteln konnten oder diese das Erbe ausschlugen. Die übrigen 12 Erbschaften gehen auf Testamente von Verstorbenen zurück. Sie vermachten zumindest einen Teil ihres Besitzes dem Land.

Dabei geht es keineswegs nur um Geld, Schmuck oder Möbel - vererbt wird alles mögliche. So gelangte Berlin 2017 in den Besitz eines Grundstücks in Schweden und eines kranken Pferdes. Das Land erbte auch Goldzähne, Tantiemen einer Stummfilmdiva und eines Synchronsprechers oder das Urheberrecht an Bildern eines Künstlers.

«Grundstücke und Grundstücksanteile werden möglichst veräußert, bewegliches Vermögen wird grundsätzlich zur Versteigerung gegeben», erläuterte eine Sprecherin der Finanzverwaltung die Verwertungskette. Rechte, insbesondere aus Urheberschaft, Filmen und Beteiligungen, würden im Rahmen der Verwaltung «monetarisiert». Konten werden aufgelöst und die Guthaben vereinnahmt. Zur Frage, was mit - zumal kranken - Tieren passiert, lagen keine Angaben vor.

2016 fielen übrigens 689 Erbschaften an das Land, also 17 weniger als 2017. Sie brachten Berlin aber unter dem Strich mehr Geld ein. Im Unterschied zu seinen Bürgern kann der Staat eine Erbschaft nicht ausschlagen.

Gibt es keine anderen Erben, wird das Bundesland als Erbe eingesetzt, in dem der Verstorbene seinen letzten Wohnsitz hatte. Das Verfahren gilt auch, wenn Nachkommen eines Verstorbenen eine Erbschaft wegen Schulden nicht annehmen. Allerdings muss der Staat nur hinterlassene Vermögenswerte für die Tilgung heranziehen - er hat damit zwar Aufwand, macht aber kein Minusgeschäft. Andere Erben wären zur kompletten Schuldentilgung verpflichtet.

Der Staat profitiert auch auf andere Weise von Erbschaften. Bei größeren Vermögen streicht er Erbschaftssteuer ein.

Quelle: dpa
Aktualisierung: Montag, 12. März 2018 07:30 Uhr
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