Wasserwerke und Umweltschützer: Weniger Gülle auf die Äcker

Wasserwerke und Umweltschützer: Weniger Gülle auf die Äcker

Berlin (dpa) - Zum Schutz vor Nitrat im Grundwasser fordern Umweltschützer und Wasserwerke strengere Vorgaben für Gülle. In einer Petition an die Bundesregierung verlangen sie am Dienstag Dünge-Stopps in stark belasteten Gebieten, verpflichtende Kontrollen, Beschränkungen für Gülle-Transporte und weniger staatliche Beihilfe für große Agrarbetriebe.

Landwirt fährt Gülle aus

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Ein Landwirt bringt mit seinem Gespann Gülle auf einem Feld aus. Foto: Philipp Schulze/Archiv

Sinke die Nitratbelastung nicht, könnte Trinkwasser für Verbraucher bis zu 60 Prozent teurer werden, warnten die Initiatoren, darunter der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). «Es darf nicht sein, dass die Verbraucher für die Sünden der industriellen Landwirtschaft geradestehen müssen», sagte BDEW-Vizepräsident Jörg Simon, der Chef der Berliner Wasserbetriebe.
Der Deutsche Bauernverband forderte mehr Sachlichkeit in der Debatte. «Wir befinden uns im Jahr Eins der Umsetzung des grundlegend neu gefassten Düngerechts», sagte Generalsekretär Bernhard Krüsken. Dieses lege klare und strenge Regeln fest, um Nährstoffüberschüsse zu vermeiden. Die Unterzeichner der Petition meinen jedoch, dass die Novelle nicht reicht und verlangen Änderungen.
Nach dem Nitratbericht 2016 der Bundesregierung stellten von 2012 bis 2014 bundesweit 28 Prozent der Messstellen mindestens 50 Milligramm pro Liter fest. Damit wird der Trinkwassergrenzwert überschritten. Die Stickstoffverbindung Nitrat kann die Gesundheit gefährden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 27. Februar 2018 12:30 Uhr

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