Nach Unentschieden gegen Bayern: Dardai trinkt Rotwein

Nach Unentschieden gegen Bayern: Dardai trinkt Rotwein

Hertha BSC bleibt der Angstgegner der scheinbar übermächtigen Bayern. Das sensationelle 0:0 war das dritte Remis gegen den Rekordmeister in Folge und lässt Raum für eine weitere Überraschung am kommenden Samstag auf Schalke.

Herthas Trainer Pal Dardai

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Trainer Pal Dardai von Hertha spricht auf der Pressekonferenz im Anschluss an das Spiel. Foto: Matthias Balk

Berlin (dpa) - Hertha-Trainer Pal Dardai gönnte sich nach dem torlosen Remis-Coup von München zwei Gläser Rotwein. Der Ungar hatte Grund zum Feiern. Sein Team unterstrich überraschend den Nimbus als Angstgegner des übermächtigen Rekordmeisters. Die Bayern mussten zum ersten Mal nach 14 Siegen einen Punkt abgeben - ausgerechnet gegen die zuletzt bei der Heim-Niederlage gegen Mainz so enttäuschenden Hauptstädter. Hertha bleibt als einziges Bundesligateam in den vergangenen drei Spielen (1:1, 2:2, 0:0) gegen die Bayern ungeschlagen. Mit diesem Überraschungs-Potenzial ist die Dardai-Elf auch am nächsten Samstag beim Tabellen-Sechsten auf Schalke nicht ohne Chance.
«Wir haben mutig verteidigt und vieles richtig gemacht», sagte am Sonntag beim Auslaufen auf dem eisigen Schenkendorffplatz in Berlin Hertha-Assistenztrainer Rainer Widmayer, der sich auch vom Silber-Erfolg der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft in Pyeongchang inspiriert fühlte: «Durch Teamgeist ist vieles zu erreichen - das ist auch ein Vorbild für den Fußball».
«Ich kann meiner Mannschaft nur gratulieren. Hier einen Punkt mitzunehmen, ist eine großartige Sache», sagte Dardai. Der Ungar wollte nach Saisonpunkt 31 den Blick nicht zu weit nach oben richten: «Ich will erstmal 40 Punkte. Das Ziel ist der zehnte Platz», erklärte der Hertha-Coach nach dem Spiel in München. «Dieser Punkt tut uns richtig gut», sagte Hertha-Nationalspieler Marvin Plattenhardt.
Kleiner Wermuths-Tropfen für den Tabellen-Elften aus Berlin: Hertha kehrte mit zwei Verletzten zurück. Bei Fabian Lustenberger, laut Dardai der beste Herthaner in München, liegt der Verdacht auf einen Nasenbeinbruch vor. Vladimir Darida hat Probleme mit einem verletzten Zeh. «Mit Darida könnte es Probleme geben», sagte Assistenztrainer Widmayer am Sonntag beim Auslaufen der Hertha-Reservisten. Vedad Ibisevic trainierte trotz seines Nasenbeinbruchs am Sonntag ohne Gesichtsmaske, nur mit einem Pflaster über der lädierten Nase.
Die Berliner verblüffen weiter mit einer starken Bilanz gegen die Topclubs. Schon im Hinspiel gelang ein 2:2 gegen die Bayern, in Leverkusen (2:0) und Leipzig (3:2) gab es sogar Siege und daheim gegen Borussia Dortmund ein 1:1. Im kommenden Spiel wollen die Berliner diesen Lauf ausbauen. «Da müssen wir was holen, sonst werden die Fans sauer», sagte Dardai in der TV-Sendung «Doppelpass».
Die nach 14 Pflichtspielsiegen gerissene Erfolgsserie war für Bayern-Trainer Jupp Heynckes belanglos angesichts des gigantischen Vorsprungs in der Tabelle. «Solche Tage gibt es im Fußball. Ich kann meiner Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen», sagte der der 72 Jahre alte Coach nachsichtig.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 25. Februar 2018 15:30 Uhr

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