Brandenburger Tor wird nicht in den Farben Russlands angestrahlt

Brandenburger Tor wird nicht in den Farben Russlands angestrahlt

Nach dem Anschlag in der U-Bahn von St. Petersburg sollte das Brandenburger Tor am Montagabend nicht in den russischen Nationalfarben angestrahlt werden. Der Berliner Senat hat indes seine Entscheidung verteidigt.

Brandenburger Tor

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Das sagte ein Senatssprecher der Deutschen Presse-Agentur. St. Petersburg sei keine Partnerstadt von Berlin, hieß es zur Begründung. Davon solle nur in Ausnahmefällen abgewichen werden.

Wahrzeichen wurde in den letzten 2 Jahren acht Mal angestrahlt

Nach Anschlägen wie etwa in Paris, Brüssel, London, Istanbul (Partnerstädte von Berlin), Nizza und Jerusalem war das Berliner Wahrzeichen in Solidarität mit den Betroffenen in den Nationalfarben der jeweiligen Länder angestrahlt worden. Nach dem Massaker eines islamistischen Attentäters in einem Schwulen-Club in Orlando in Florida mit rund 50 Toten im vergangenen Sommer war das Brandenburger Tor in die Regenbogenfarben der Schwulenbewegung getaucht. Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz wurde das Brandenburger Tor mit der Fahne der Stadt Berlin angeleuchtet.

Trauer um Terroropfer auch ohne Farben am Brandenburger Tor

Der Berliner Senat hat seine Entscheidung verteidigt, das Brandenburger Tor nach dem Terroranschlag in St. Petersburg nicht in den russischen Nationalfarben anzustrahlen. «Man kann Kondolenz und Trauer auch ausdrücken, ohne das Brandenburger Tor zu beleuchten», sagte Senatssprecherin Claudia Sünder am 04. April 2017. «Es ist nicht der einzige Weg.» Selbstverständlich fühle der Senat «in Verbundenheit und Anteilnahme» mit den Menschen in der russischen Stadt. «In einen Wettstreit der Symbole zu treten, ist vielleicht nicht der einzige oder nicht der richtige Weg, um Trauer und Anteilnahme zu bekunden», betonte die Senatssprecherin.

Müller besucht die russische Botschaft

Daher wollte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) noch am Nachmittag die russische Botschaft aufsuchen, mit dem Botschafter sprechen und Blumen für die Anschlagsopfer niederlegen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 4. April 2017 15:13 Uhr

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