Neuer Prozess nach rassistischer Attacke am Alexanderplatz

Neuer Prozess nach rassistischer Attacke am Alexanderplatz

Berlin (dpa/bb) -  Knapp zwei Jahre nach der brutalen Prügelattacke auf einen dunkelhäutigen Mann am Berliner Alexanderplatz stehen die beiden Schläger erneut vor Gericht. In dem Prozess sei zu prüfen, ob sich die 24- und 35-Jährigen möglicherweise des versuchten Mordes oder des versuchten Totschlags schuldig gemacht haben, sagte der Vorsitzende Richter am Donnerstag zu Beginn des Prozesses.

Die Angeklagten hatten das inzwischen 50 Jahre alte Opfer aus rassistischen Motiven geschlagen und getreten. Im ersten Urteil des Berliner Landgerichts im März 2014 waren sie wegen gefährlicher Körperverletzung zu je drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob diese Entscheidung aber teilweise auf. In einer neuen Verhandlung sei zu prüfen, ob es sich um eine Tat mit bedingtem Tötungsvorsatz handelte, entschied der BGH.
Das Opfer saß friedlich auf einer Parkbank am Neptunbrunnen, als es am 9. Juli 2013 zu dem Angriff kam. Einer der Angeklagten hatte den ihm unbekannten Mann mit portugiesischem Pass zunächst rassistisch beschimpft. «Ziel war es, ihn wegen seiner dunklen Hautfarbe herabzuwürdigen», stellten die Richter im ersten Urteil fest. Das bestätigte der BGH. Beide Angeklagten hätten auf ihr Opfer eingeschlagen und eingetreten. Die damals Angetrunkenen ließen erst von ihm ab, als Passanten eingriffen.
Der Bundesgerichtshof bestätigte das objektive Tatgeschehen. Es ist damit rechtskräftig. Ob sich die Angeklagten im jetzigen Prozess äußern werden, ist noch offen. Die Verhandlung wird am 27. Mai fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 21. Mai 2015 12:27 Uhr

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