Bischof Dröge: «Nein zu Ausgrenzung und Sündenbockdenken» 

Bischof Dröge: «Nein zu Ausgrenzung und Sündenbockdenken» 

Berlins evangelischer Landesbischof Markus Dröge hat mit Blick auf die antiislamischen Pegida-Proteste zu mehr Nächstenliebe aufgerufen. Die Botschaft der christlichen Kirche an Pegida müsse eine doppelte sein, sagte Dröge laut veröffentlichtem Redemanuskript in einer Sonntagspredigt in der Marienkirche. «Ein klares Nein zu Ausgrenzung und Sündenbockdenken. Und gleichzeitig die Einladung zu einer Christlichkeit, die aus der Liebe zu Gott die Kraft zur Nächstenliebe schöpft und deshalb die Angst vor dem Fremden überwindet.»

Markus Dröge

© dpa

Berlins evangelischer Landesbischof Markus Dröge. Foto: Jens Kalaene

Die islamfeindliche, rechtspopulistische Bewegung «Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» organisiert seit Wochen Demonstrationen gegen angebliche Überfremdung. Dröge sagte, die Deutschen hätten in der Geschichte bitter lernen müsse, wohin es führe, wenn bestimmte Menschengruppen pauschal beschuldigt würden. Das dürfe es nie wieder geben. «Es dürfen nicht die schwächsten Glieder der Gesellschaft, die Flüchtlinge, die eine Heimat suchen, zu Sündenböcken gemacht werden.»
In Berlin hat das Bündnis Bärgida - Berliner Patrioten gegen Islamisierung des Abendlandes - für Montagabend einen Protestzug angemeldet, zu dem gut 300 Teilnehmer erwartet werden. Ein linksgerichtetes «Bündnis gegen Rassismus» hat zu einer Gegendemonstrationen aufgerufen. Auch die Berliner Türkische Gemeinde macht gegen Pegida und Bärgida mobil. Sie erwartet mehrere tausend Menschen zu einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor gegen Ausgrenzung.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 4. Januar 2015 13:45 Uhr

Weitere Meldungen