1. Mai: 68 Randalierer festgenommen - 61 Polizisten verletzt

1. Mai: 68 Randalierer festgenommen - 61 Polizisten verletzt

Bei Ausschreitungen am 1. Mai und dem Vorabend hat die Berliner Polizei 68 mutmaßliche Randalierer festgenommen. 61 Polizisten wurden in den beiden Nächten überwiegend leicht verletzt. Senat und Polizei sprachen wie schon im vergangenen Jahr von einem großen Erfolg, weil es nur vereinzelte Gewaltausbrüche und keine heftigen Krawalle gab. Polizeipräsident Klaus Kandt sagte am Freitag im Roten Rathaus: «Das Ziel eines vollkommen friedlichen 1. Mai haben wir nicht erreicht.» Allerdings sei die Polizeistrategie aufgegangen und eine Eskalation der Gewalt ausgeblieben.

Henkel und Kandt

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Frank Henkel (CDU) und Klaus Kandt (r). Foto: Bernd von Jutrczenka

Bei und nach einer linken Demonstration mit 19 000 Teilnehmern durch Kreuzberg hatten Linksautonome und Randalierer immer wieder Polizisten mit Flaschen und Steinen attackiert. Die große Mehrheit der Demonstranten blieb aber friedlich.
Innensenator Frank Henkel (CDU) sagte: «Es gibt diese Gewalttäter, aber die haben das Bild dieser Stadt nicht geprägt.» Die Tradition der Deeskalation habe angehalten. Ein Gewaltritual wie früher gebe es nicht mehr. Die Randalierer hätten immer weniger Rückhalt. «Diesen Erfolg haben sich die Polizei und die Stadt hart erarbeitet.»
Der Innensenator betonte: «Es ist inakzeptabel und nicht erträglich, wenn Polizisten Opfer von Gewalttaten werden.» Mit Blick auf die heftigeren Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Gewalttätern in Hamburg meinte er, in Berlin habe man eine etwas andere Strategie gefahren, zum Beispiel keine Wasserwerfer eingesetzt. In Berlin waren zwar mehrere Wasserwerfer in Sichtweise des abendlichen Demonstrationszuges aufgefahren, sie griffen aber nicht ein.
Rund 6400 Polizisten aus zehn Bundesländern und der Bundespolizei waren in der Walpurgisnacht und am 1. Mai im Einsatz. Die Zahl der wegen Verdachts der Körperverletzung und des Landfriedensbruchs festgenommenen Störer ging gegenüber dem Vorjahr weiter deutlich zurück. 2013 waren in der Walpurgisnacht und am 1. Mai noch 94 Randalierer festgenommen worden.
Der Einsatzleiter Michael Krömer sprach von noch mehreren hundert gewaltbereiten Menschen im Demonstrationszug. Die Tendenz im Lauf der Jahre sei sinkend.
Die Zahl der verletzten Polizisten war geringfügig höher als vor einem Jahr. Damals hatten sich 54 Beamte verletzt gemeldet. Die Staatsanwaltschaft beantragte laut Polizei keine Haftbefehle gegen Störer. Die Rechtslage habe das nicht hergegeben, sagte Krömer.
Kandt wertete auch das erstmalige Twittern der Polizei in der Mainacht als Erfolg. Der Polizei-Twitter habe hohen Zuspruch bekommen. Man werde diesen Kommunikationskanal weiter ausbauen, weil er zu mehr Transparenz führe.
Henkel und Kandt wollen auch im nächsten Jahr die Doppelstrategie aus anfänglicher Zurückhaltung der Polizei und konsequentem Durchgreifen bei Gewalt beibehalten. Henkel sagte: «Der Erfolg ist kein Zufall, sondern Resultat harter Arbeit. Wir werden einzelne Bausteine dieses Erfolgs nicht demontieren.» Allerdings müsse die Situation jedes Jahr neu eingeschätzt werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 2. Mai 2014 16:20 Uhr

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