«Optimistisch anders»: 108 Schiffe bei Hanse Sail gemeldet

«Optimistisch anders»: 108 Schiffe bei Hanse Sail gemeldet

Eigentlich wollte die Hanse Sail, das jährliche Treffen der Traditionssegler und Museumsschiffe, bereits 2020 ihren 30. Geburtstag feiern. Aber wie durch so viele andere Veranstaltungen machte das Sars-CoV-2-Virus einen dicken Strich durch die Rechnung. In diesem Jahr geht es nun deutlich kleiner weiter.

Hanse Sail

© dpa

Segelboote und Traditionsschiffe liegen im Stadthafen.

Dass die viertägige Hanse Sail von Donnerstag an überhaupt stattfinden kann - wenn auch unter Pandemiebedingungen - ist für die Veranstalter eigentlich das Highlight überhaupt. «Es geht weiter», sagte Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos). Allerdings sind die Veranstalter bestrebt, Menschenansammlungen jeglicher Art so weit wie möglich zu vermeiden.
DIE HANSE SAIL: Nach Angaben des Dachverbands der deutschen Traditionsschiffe gab es in der Vergangenheit entlang der Küsten von Nord- und Ostsee jährlich fünf bis sechs Treffen der markanten Schiffe. Die Hanse Sail ist nun in diesem Jahr die erste dieser Veranstaltungen. Andere wie der Hamburger Hafengeburtstag wurde abgesagt, die Kieler Woche auf September verschoben.
DIE SCHIFFE: Insgesamt haben sich 108 Schiffe aus fünf Nationen angemeldet, sagte Frank Elsner vom Hanse Sail Verein. Das größte ist der polnische Dreimaster «Dar Mlodziezy», der in Warnemünde liegen wird. Andere Großsegler wie die «Mir» und die «Krusenstern» werden nicht dabei sein. Interessant für Fans der Hanse Sail seien die Erstanläufe etwa des Feuerlöschboots «Repsold», die Pommernkogge «Ucra» oder die «Valkyrien af Höganäs», ein Haikutter aus Schweden. Das älteste Schiff ist die «De Albertha» aus dem Jahr 1891.
MITSEGELN: Besucher können bei vielen Schiffseignern Ausfahrten buchen. Über den Hanse Sail Verein bieten 45 Schiffe über die vier Tage hinweg insgesamt 9500 Plätze an. «Noch sind 1400 Plätze buchbar», sagte Elsner. Er schätzt die Gesamtkapazität aller Plätze, also mit denen, die ein anderes Ticketsystem haben, auf rund 18.000.
DAS VERANSTALTUNGSGELÄNDE: Das Hauptveranstaltungsgelände am Stadthafen auf der Haedgehalbinsel könne von bis zu 15.000 Besuchern gleichzeitig besucht werden. Sie könnten auf das mit Zäunen abgesperrte Gelände über fünf Eingänge gelangen, sagte Tourismusdirektor Matthias Fromm. Die Einhaltung der sogenannten 3G-Regeln für «geimpft, getestet, genesen» werde kontrolliert. Die Zahl der Buden und Verkaufsstände wurde im Vergleich zu den Vorjahren drastisch reduziert.
FOLKEMØDE: Nach Einschätzung von Madsen ist die Hanse Sail für Rostock das internationale Aushängeschild für maritime Lebensart und norddeutsche Gastfreundschaft. Eine von ihm als dänischem Staatsangehörigem eingeführte Neuerung ist das Stadt- und Familienfest Folkemøde im IGA Park. Dort sollen die Menschen der Stadt nach dänischem Vorbild mit den Verantwortlichen in Kontakt kommen können, die Entscheidungen treffen und sich auf Augenhöhe austauschen.
MUSIK UND KULTUR: Nach den Corona-Monaten ohne öffentliche Musik und Kultur gibt es nun an mehreren Orten solche Angebote. So bietet der M.A.U.-Club nicht nur im Gebäude Programm, unter dem Titel X&POP Festival wird die Bühne unter freiem Himmel für mehrere Bands freigegeben. Einer der Höhepunkte ist das Konzert von Johannes Oerding am Samstag im IGA-Park.
DAS SARS-COV-2-VIRUS: Eine Großveranstaltung wie die Hanse Sail birgt nach Ansicht des Rostocker Tropenmediziners Emil Reisinger ein Potenzial, dass es zu Neuinfektionen kommen kann. «Die Hanse Sail im Freien zu veranstalten, ist der richtige Weg.» Trotzdem sollten die Hygieneregeln wie Abstand halten oder Maske tragen beachtet werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 4. August 2021