Echt jetzt?! – Konsumenten und ihre Aussagen

Wenn Cannabis legal wäre, würde dann mehr gekifft?

Würde mehr gekifft, wenn Cannabis legal wäre?Nicht unbedingt. Es lässt sich tatsächlich kein direkter Zusammenhang zwischen der Drogenpolitik der verschiedenen EU-Staaten und der Verbrauchsmenge von Cannabis feststellen. Cannabis-Legalisierung führt also nicht automatisch zu einem höheren Konsum. Holland – das Land der Coffeeshops – ist längst nicht Spitzenreiter beim Cannabis-Konsum. Doch trotz der Einstufung als „Genussmittel“ in manchen Ländern gilt Cannabis wegen seiner bewusstseinsverändernden Wirkung als verkehrsgefährdend. Die psychoaktive Wirkung des THC’s spricht nachweislich verschiedene Regionen des vegetativen und des zentralen Nervensystems an. Im Gegensatz zu Alkohol und Tabak hat das THC keine unmittelbar gesundheitsgefährdende Wirkung auf den menschlichen Körper und kann nicht zum Tod führen. Dennoch kann auch der regelmäßige Cannabiskonsum psychische Langzeitschäden wie Psychosen, Panikattacken und Angstzuständen zur Folge haben. Auch hierfür gilt: Auf die Konsummuster und deine persönliche Konstitution kommt es an!

Typen gibt es?! Headline

Es kommt nicht nur auf die Dosis an…

Bei Cannabis gibt es starke Schwankungen in der Qualität und im Wirkstoffgehalt. Neben dem THC-Gehalt ist auch der Cannabidiol-Gehalt von Bedeutung. Während THC der Wirkstoff ist, der den Rausch erzeugt, ist im Gegensatz dazu Cannabidiol der Schutzstoff gegen Psychosen, der dafür verantwortlich ist, die Halluzinogene abzusenken. Neue Züchtungsmethoden zielen nicht nur darauf ab, den THC-Gehalt zu steigern, sondern auch den Cannabidiol-Gehalt zu senken. Somit wird die Berechenbarkeit der Dosierung erschwert, das Risiko einer durch Cannabis ausgelösten Psychose steigt.

Was für ein Konsumtyp bin ich?

Konsumierst du ab und an mal auf Partys? Oder konsumierst du regelmäßig, um den Alltag zu überstehen? Nur nach getaner Arbeit? Oder schon während der Schule, in der Ausbildung oder auf der Arbeit? Beschränkt sich dein Konsum auf Cannabis? Oder nimmst du es zusammen mit anderen Drogen? Das kann negative Folgen für dich haben und ein Hinweis auf eine entstehende Abhängigkeit sein.

Was bin ich für ein Konsumtyp BildWenn du wissen willst, welcher Konsumtyp du bist, mach‘ unseren Schnelltest. Stell dir die Frage: Habe ich meinen Konsum unter Kontrolle, so dass weder Familie, Schule, Arbeit oder andere Verpflichtungen darunter leiden? Kann ich noch bewusst entscheiden, wann ich klar sein will? Oder beeinträchtigt mich der Konsum so sehr, dass ich meine Aufgaben im Alltag nicht mehr erledigen kann?

Wenn dein Cannabiskonsum zur Gewohnheit geworden ist, sinkt die Hemmschwelle weiter. Bei manchen bleibt es dann nicht mehr bei einem Joint am Abend. Beobachte dich selbst und gib‘ dir ehrliche Antworten: Habe ich Entzugserscheinungen? Kreisen meinen Gedanken nur noch um den nächsten Joint? Habe ich mir angewöhnt, einen Vorrat anzulegen? Oder bin ich auch cool damit, wenn ich mal nichts zu rauchen habe?

Konsumsituation: Wann bzw. warum konsumiere ich Cannabis?

Was sind deine Motive? Konsumierst du aus reiner Neugier, einfach nur zum Spaß oder weil es in deiner Clique eben dazu gehört? Oder konsumierst du, um vor anstehenden Aufgaben zu flüchten oder um Konflikten aus dem Weg zu gehen? Es kommt auch darauf an, was für ein Typ du bist – eher selbstbewusst und diszipliniert? Oder schüchtern und gehemmt? Hast du Schwierigkeiten mit dir selbst und anderen, bist häufig niedergeschlagen, ziehst dich zurück? Bewiesen ist, dass je nach Typ Cannabis zu einer psychischen Abhängigkeit führen kann. Studien haben auch belegt, dass Probleme in der Familie den Konsum verstärken können. Hast du vielfältige Interessen und Hobbies? Oder läuft nichts mehr außer kiffen? Es gibt Menschen, die auf Cannabis mit einer Psychose reagieren – beim ersten Mal oder beim 50. Mal. Ob du dazu gehörst, kann niemand sagen. Die Antwort lautet: Ja, vielleicht!

Konsumsituation Bild

Wichtig ist: Wenn du über dein eigenes Konsummuster nachdenkst und dir klar ist, was für ein Konsumtyp du bist, kannst du deine Risiken besser einschätzen. Fachleute unterscheiden ganz bewusst heute nicht mehr zwischen „harten“ und „weichen“ Drogen, sondern sprechen von „harten“ und „weichen“ Konsummustern!

 

Es gibt viele Mythen rund um Cannabis und ums Kiffen.
Hier gibt’s die Fakten.

“Cannabis gibt es jetzt auch in der Apotheke”

Unter den mindestens 60 in Cannabis enthaltenen Wirkstoffen ist auch eine Substanz, die eine schmerzlindernde Wirkung hat. Andere Substanzen regen den Appetit an, wodurch z. B. bei Aids- und Krebskranken eine drastische Gewichtsabnahme verhindert werden kann. Cannabis wird für medizinische Zwecke aber nur bei schwerkranken Patienten eingesetzt und ist streng verschreibungspflichtig. Ein neues Gesetz dazu bereitet die Bundesregierung gerade vor.

“Früher wurde auch gekifft”

Ja, aber das Cannabis der Hippies aus den 60er und 70er Jahren war viel harmloser als das von heute. Durch Neuzüchtungen und modernere Anbaumethoden ist der Wirkstoffgehalt (Rausch auslösende Inhaltsstoffe) höher als früher. Das Cannabis von heute ist deshalb gesundheitlich riskanter – gerade für Jugendliche, die sich noch in der geistigen und körperlichen Entwicklung befinden.

“Mal zu kiffen ist nicht schlimm”

Mag sein, aber kennst du deine Grenze wirklich?

“Cannabis ist doch heute schon voll legal”

Das ist ein Irrglaube! Cannabis wird in der Öffentlichkeit als sanfte Droge mehr und mehr akzeptiert. Kaum jemand stößt sich daran, wenn in Parks und Cafés gekifft wird – es ist aber ein illegales Betäubungsmittel, also verboten. Daher sind der Anbau von Cannabis sowie der Besitz von und der Handel mit Cannabis und Cannabisprodukten strafbar. Wer erwischt wird, muss mit Freiheitsstrafen bis zu 5 Jahren rechnen. Nicht strafbar ist der Konsum. Hier wird es allerdings kompliziert, denn wer Cannabis konsumiert, ist in der Regel auch im Besitz der Droge.

“Cannabis ist ganz schnell wieder raus aus dem Körper”

Weit gefehlt! Die Inhaltstoffe bleiben deutlich länger im Körper als der Rausch andauert. Sie können noch nach Wochen nachgewiesen werden, weil sie im Fettgewebe abgelagert werden. Das kann bei Verkehrskontrollen – aber auch arbeitsrechtlich (z. B. beim Bedienen von Maschinen) – problematisch werden.

“Cannabis macht lustiger und kontaktfreudiger”

Viele Kiffer betonen, dass ihnen der Konsum von Cannabis dabei hilft, schneller Kontakt zu knüpfen. Sie fühlen sich in Gruppen deutlich wohler, sie haben Spaß, sind albern und es fällt ihnen leicht, mit anderen zu reden. Man spricht sogar vom sogenannten „Laberflash“ als einer Wirkung des Cannabiskonsums. Langfristiger regelmäßiger Cannabiskonsum führt allerdings oft dazu, dass man sich trotz des gemeinsamen Chillens in der Gruppe alleine und ausgegrenzt fühlt. Dauerkonsumenten sind oft sozial isoliert.

“Cannabis macht wach und erhöht die Konzentration”

Falsch, denn vor allem das Konzentrations- und Reaktionsvermögen kann durch regelmäßigen Konsum stark vermindert werden. Woran liegt das? Informationen werden langsamer verarbeitet, das logische und abstrakte Denken werden beeinträchtigt. Der übermäßige Konsum hat somit unmittelbare Auswirkungen auf das Lernverhalten von jungen Menschen mit den entsprechenden Folgen für Schule, Ausbildung und Studium.

“Cannabis macht doch gar nicht abhängig”

Cannabis ist ein Suchtmittel und kann abhängig machen und Entzugserscheinungen verursachen wie andere Drogen auch. Das THC greift in den Stoffwechsel des Gehirns ein und bringt ihn aus dem Gleichgewicht.

“Cannabis macht keinen Kater”

Von wegen! Auch nach dem Cannabisrausch kann es ähnlich wie beim Alkohol zum Hangover kommen. Bei Cannabis kann der Kater sogar noch tagelang anhalten. Man fühlt sich träge und antriebslos, dazu kommen Übelkeit, Gereiztheit, Müdigkeit oder Nervosität. Im Extremfall können auch Halluzinationen und Panikattacken auftreten und sogar drogeninduzierte Psychosen hervorgerufen werden.

“Cannabis ist doch harmloser als Alkohol”

Wer das behauptet, verkennt die langfristigen Folgeschäden des regelmäßigen Kiffens. Alkohol ist eine gesellschaftlich unterschätzte Droge und verursacht erhebliche gesundheitliche und soziale Probleme. Jedes Jahr sind eine erhebliche Zahl von Todesfällen aufgrund von Alkohol zu beklagen. Jedoch bedeutet ein niedrigeres Risiko beim Cannabiskonsum nicht, dass er ungefährlich ist. Es kommt nicht nur auf die Wirkungen der Substanzen an. Entscheidend für das Auftreten von physischen oder psychischen Problemen sind die Konsummuster, also wie oft und wie viel konsumiert wird, das Setting – also der Rahmen und die Umgebung, in der konsumiert wird und die Person selbst. Wie empfindlich reagiert sie auf die Substanz? Manche geraten in eine drogeninduzierte Psychose. Auch die Motive und die Funktion des Rauschmittels spielen eine Rolle für die Einschätzung des persönlichen Risikos.

“Cannabis hilft emotionalen Stress abzubauen”

Das THC, das die Rauschwirkung erzeugt, blockiert die Gehirnareale, die für die Wahrnehmung von Sinnesreizen verantwortlich sind. Das Gehirn ist im wahrsten Sinne vernebelt, unangenehme Gedanken oder Gefühle werden unterdrückt. Man kann leichter einen emotionalen Abstand zu unangenehmen Gefühlen gewinnen. Aber Kiffen als Trostpflaster ist trotzdem eine ganz schlechte Idee: Wer damit versucht, Schwierigkeiten und unangenehmen Dingen aus dem Wege zu gehen, lernt nicht, angemessen damit umzugehen – zum Beispiel mit Frust, Liebeskummer oder Ärger – und Probleme zu lösen.

“Cannabis ist ein Naturprodukt und deshalb nicht so schädlich wie andere Drogen ”

Auch in der Natur ist nicht alles gesund. Zum Beispiel werden viele Gifte aus Pflanzen gewonnen – man denke nur an einige Pilzsorten. Cannabis ist eine Pflanze und damit ein Naturprodukt. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass es gesund ist und ohne Bedenken konsumiert werden kann. Es handelt sich um eine psychoaktive Substanz, deren Konsum psychische und physische Schäden hervorrufen kann. Der Naturstempel ist also kein gutes Argument zur Rechtfertigung von Cannabiskonsum.

“Cannabis entspannt”

Es ist schon etwas dran, dass Cannabis eine beruhigende und entspannende Wirkung haben kann. Daher wird es von vielen Kiffern genutzt, um emotionalen Stress abzubauen. Nur ist darauf kein Verlass, denn in der Regel verstärkt Cannabis die aktuelle Stimmungslage. Wenn du Stress hast, kann Cannabis auch unruhig oder sogar panisch machen. Besonders Langzeitkonsumenten müssen aufpassen: Kritisch wird es auf jeden Fall, wenn jemand gar nicht mehr ohne Cannabis entspannen kann.

“Cannabis macht kreativer”

Cannabis gilt als sogenannte bewusstseinserweiternde Droge. In der Tat wird im Cannabisrausch die Wahrnehmung verändert. Die Sinnesorgane reagieren stärker. Farben, Töne, Gerüche, Empfindungen können intensiver oder zumindest anders wahrgenommen werden. Objekte, Gedanken, Vorstellungen werden unter einem neuen Blickwinkel betrachtet. Neue Gedanken und Ideen findet man lustig und toll, man fühlt sich ausgesprochen kreativ. Nüchtern betrachtet ist das dann eher nicht mehr so. Auf lange Sicht können Eigeninitiative und Kreativität durch Cannabis sogar gebremst werden. Was nützen dir dann die tollsten Kreativblasen im Kopf?

“Mit Cannabis hat man alles im Griff”

Leider ist das oft nur kurzfristig so. Es kann sogar das Gegenteil der Fall sein. Wer regelmäßig kifft, egal ob als Joint oder Bong, oder Cannabis in Form von Tee oder Keksen „space cakes“ konsumiert, erhöht das Risiko, seinen Alltag nicht mehr auf die Reihe zu bekommen. Häufiger Cannabiskonsum beeinträchtigt bei vielen jungen Menschen das Lernen; Konzentrations- und Merkfähigkeit können nachlassen. Das ist dann besonders fatal, wenn man gerade seinen Schulabschluss machen will, sich in der Ausbildung befindet oder studiert. Wer regelmäßig „bekifft“ ist, neigt dazu gleichgültig zu werden. Riskant wird es dann, wenn Interessen vernachlässigt und Beziehungen zu wichtigen Menschen in die Brüche gehen.

My Story
My Story