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TradeMachines-Gründer Heico Koch

TradeMachines bündelt alle Industrieauktionen weltweit auf einem Marktplatz. Wir haben Gründer Heico Koch getroffen.
Heico Koch
Heico Koch © TradeMachines

Berlin gilt auch als StartUp-Hauptstadt – Was glauben Sie warum so viele Gründer nach Berlin kommen?

Es sind in Berlin mittlerweile sehr viele Faktoren zusammen gekommen, die dazu führen, daß es hier eine grosse Menge an Startups gibt. Das bringt mit sich, daß das entsprechende Umfeld entstanden ist so wie Co-Working Spaces, jede Menge Abend-Veranstaltungen von Tech-Themen bis hin zu HR-Meetups, es gibt einen vitalen Austausch, diverse Acceleratoren, das Startup Bootcamp, den Business Angel Club und nicht zu letzt auch die Aufmerksamkeit von vielen Investoren. Das lockt Menschen aus aller Welt an, die Teil davon sein wollen und die Mitarbeiter von morgen sind. Und so treffen sich Innovation, Geld und Personal in Berlin.

Inwieweit beeinflusst die Atmosphäre der Stadt Ihre Arbeit hier?

Berlin bietet uns insbesondere bei der Personalsuche enorme Vorteile. Es werden Arbeitskräfte aus ganz Europa angezogen und das hilft uns. Wir sind zu 50 % durch an Starups interessierten „zugereisten“ belegt und das macht eine sehr kreative Kultur bei TradeMachines aus. Ab und zu gibt es auch mal Abendveranstaltungen, die einer von uns besucht.

Ihr persönlicher Lieblingshotspot in der Stadt? Wo halten Sie sich gern auf?

Zu meinem Lieblingsspot avanciert der Rainmaking Loft. Gestartet als Startup Bootcamp ist da mittlerweile ein internationaler Treffpunkt von Investoren, brillanten Experten und sehr kreativen Gründern entstanden. Von Abendveranstaltungen, Pitch Events bis hin zu einem Business Angel Bootcamp finde ich hier mehr Klasse als Masse. Das macht es für mich besonders.

Können Sie die Idee, die hinter TradeMachines steht, in drei Sätzen beschreiben?

Der Markt von Industrie Auktionen ist unübersichtlich und fragmentiert, Käufer haben keinen Überblick und Anbieter kämpfen um Sichtbarkeit. TradeMachines bündelt alle Industrieauktionen weltweit auf einem Marktplatz und sorgt für Transparenz in beide Richtungen. Käufer können auf einmal wählen und Auktionatoren werden besser gesehen.

Wie groß ist Ihr Team?

Momentan sind wir 3 Teams mit insgesamt 16 Leuten. Ein Produkt-Team, ein Online-Marketing-Team und ein Team für Business Development und Administration. Bis zum Jahresende werden es vermutlich gut 20 werden. Eine „Explosion“ des Teams werden wir vermeiden.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?

Nachdem meine Kinder in Schule und Kindergarten sind, bin ich meist einer der ersten im Büro und überlege mir die wichtigen Themen des Tages. Tagsüber spreche ich viel mit Mitarbeitern und Kunden, um dafür zu sorgen, daß jeder glücklich ist, um Entscheidungen zu fällen und zu unterstützen. Ein großer Baustein ist Recruiting von Mitarbeitern, da wir sehr für unsere Unternehmenskultur sorgen, geht es dabei um mehr als nur know-how. Primär sorge ich also dafür, daß die Organisation kontinuierlich weiter lernt und besser wird. Zum Nachmittag hin habe ich dann meist Zeit für „meine“ Themen, wie Finanzen, strategische Aufgaben und die Gedanken zu den kommenden Monaten. Ich jogge meist heim, so daß ich meine Kinder vor dem Schlafen noch sehe. Abends klappe ich den Laptop noch für ein paar Stündchen auf und arbeite weiter an „meinen“ Themen, betreibe Wettbewerber und Kundenrecherche, habe ab und zu ein Telefonat mit den USA und schaue etwas über den Tellerrand bis ich keine Lust mehr habe.

Womit verdient TradeMachines Geld?

TradeMachines hat ein rein erfolgsbasiertes Geschäftsmodell. Das Listen von Maschinen ist kostenfrei und wird von uns unterstützt. Sobald wir einen potenziellen Kunden vermitteln, der also auf einen Artikel bei uns klickt und zum Auktionshaus geleitet wird, fällt eine Vermittlungsgebühr an (Cost per Click).

Wie sind Sie auf die Idee zu TradeMachines gekommen?

Zum Einen bin ich von Hause aus Maschinenbau Ingenieur und habe eine Affinität zur versteigerten Ware: Maschinen. Zum Anderen bin ich seit 16 Jahren mit der Entwicklung innovativer Produkte im Internet beschäftigt. Im letzten Sommer habe ich zunächst recherchierend und dann durch Kunden-Interviews festgestellt, daß es hier weltweit keine Lösung für die Probleme gibt und Kunden dafür bezahlen wollen. Dann war der Schritt nicht weit Geld zu sammeln und loszulegen.

Wenn Sie jungen Gründerinnen und Gründern einen Tipp geben könnten, welcher wäre das?

Habt von Tag 1 der Idee jeden Tag Kontakt mit potenziellen Kunden und involviert sie als „Experten“. Das ist aus meiner Sicht der beste Weg zielgerichtet Ressourcen einsetzen zu können und zu lernen wie das neue Geschäft funktionieren kann.

Was ist neben Ihrer Idee das nächste große Dinge im Internet?

Ich glaube eines der nächsten großen Dinge im Internet ist „etwas“, was die sehr fragmentierten Kommunikationskanäle konsolidieren kann. Vor 15 Jahren hatte man das Problem jemanden zu erreichen. Das ist dann übergangen zu ständiger Erreichbarkeit, heute geht der Überblick verloren über die ganzen Kanäle, die man selber hat und wer auf welchem Kanal mitspielt: Facebook, Email, SMS, WhatsApp oder Threma, Twitter .... Aus meiner Sicht ist gute Kommunikation die Erfolgsfaktor Nummer 1.

Aktualisierung: Donnerstag, 18. Februar 2016 17:03 Uhr

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