Aktuelles 2014

Oktober 2014 – HistoMapBerlin – ein neues Angebot zur Recherche in historischen Karten Berlins

In der Kartenabteilung des Landesarchivs Berlin werden sowohl amtliche Plankammer-Bestände bedeutender preußischer wie Berliner Behörden und Firmen gepflegt als auch eine Allgemeine Kartensammlung. In ihr sind die ältesten topographischen und thematischen Karten der Stadt von 1652 bis in die Gegenwart überliefert. Einen bedeutsamen Teil dieser Kartensammlung stellen die amtlichen Kartenwerke der Stadt seit der Neuvermessung 1876 dar. Insbesondere das Kartenwerk „Stadtplan von Berlin“ bzw. später „Karte von Berlin“ im Maßstab 1:4.000 stellt mit seiner grundstücksgenauen Darstellung aus der Zeit von ca. 1925 bis 1991 eine Quelle ersten Ranges zu raumbezogenen Informationen über die Entwicklung der Stadt dar.

Mit ca. 2.560 vorliegenden Blättern bietet dieses Kartenwerk bis heute die einzige Möglichkeit, historische Veränderungen von Straßennamen in Verbindung mit der Hausnummer für die gesamte Stadt im benannten Zeitraum zu rekonstruieren. Die beim Landesarchiv fast tägliche Nutzung dieser Quelle reicht von der privaten Recherche nach dem Wohnort der Familie, über die amtliche Klärung früherer Grundstücksbebauungen und –grenzen bis zur intensiven Nutzung für vielfältige Forschungsthemen im In- und Ausland.

Am 4. September 2014 wurde beim Landesarchiv das Kooperationsprojekt einer webbasierten Recherche in historischen Blättern der Karte von Berlin 1:4.000 / 1:5.000 vorgestellt und die Datenbank www.histomapberlin.de durch den Staatssekretär für Kultur Tim Renner und den Vizepräsidenten der Beuth-Hochschule, Prof. Sebastian von Klinski, für die Öffentlichkeit freigeschaltet. In Kooperation zwischen dem Landesarchiv Berlin und dem Fachbereich III Bauingenieurs- und Geoinformation der Beuth-Hochschule (Prof. Dr. Matthias Möller) hatte ein Projektteam in den letzten zwei Jahren diese Anwendung entwickelt. Sie wurde im Rahmen des DiGis-Projekts gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Senatskanzlei (Kulturelle Angelegenheiten).

Auf der Grundlage amtlicher Kartenwerke ermöglicht die Datenbank als einzige überlieferte historische Quelle die Veränderungen von Hausnummern, Verkehrswegen, Straßennamen sowie der Bebauung in Berlin zwischen 1925 und 2012 grundstücksscharf zu rekonstruieren. Der Nutzer gelangt entweder über die Eingabe der aktuellen Grundstücksbezeichnung oder intuitiv über die aktuelle amtliche Karte 1:5.000 zur Auswahl des historischen Kartenangebots und kann die verschiedenen Zeitzustände grafisch überlagern und vergleichen. Mit einem Schieberegler lässt sich die Intensität der Überlagerung stufenlos regulieren, so dass ein sehr guter Vergleich mit heutigen Verhältnissen, repräsentiert durch die aktuelle Karte von Berlin 1:5.000, vorgenommen werden kann. Weitere Funktionalitäten bieten u.a. die Ansicht des auf die heutige Innenstadt bezogenen Straube-Plans (Übersichtsplan von Berlin [1910]), den Nachweis der Bezirksgrenzen, des Verlaufs der Berliner Mauer, die Messung von Längen und Flächeninhalten der Grundstücke sowie den Ausdruck oder die Speicherung des Rechercheergebnisses.

Die Kooperation soll fortgesetzt werden, um HistoMapBerlin künftig mit weiteren Kartenwerken zu ergänzen und auch eine App-Variante zu entwickeln.

Juli 2014- Auf den Spuren der Landesvermessung in Berlin und Brandenburg

Der Landesbetrieb Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB) und der DVW Berlin-Brandenburg e.V. haben gemeinsam eine Fachpublikation herausgegeben, die interessierten Lesern als thematischer Reiseführer dienen soll.

“Die Region Berlin-Brandenburg zeichnet sich durch eine Vielzahl von herausragenden, geodätisch-historischen Orten aus, die einen Besuch lohnen, wenn nicht sogar einen Pflichtbesuch für jede Geodätin und jeden Geodäten darstellen. Die Broschüre fasst insgesamt 17 dieser historisch bedeutsamen geodätischen Orte zusammen und stellt jeden einzelnen mit Hintergrundinformationen und zahlreichen anschaulichen Bildern vor. Die geodätische Bedeutung des Rauenbergs, des Götzer Bergs und des Telegrafenbergs werden vorgestellt, wie auch die Denkmäler und Grabstätten der herausragenden Pioniere der Geodäsie Baeyer, Helmert und Gauß. Die preußischen Normalhöhenpunkte von 1879 und 1912 fehlen in dieser Zusammenstellung ebenso wenig wie der Landeshaupthöhenpunkt von Berlin. Und wer weiß schon, dass der für Veranstaltungen so geschätzte „Geodätenstand“ auf dem Dach der TU Berlin ein Baudenkmal ist und 1953 von Bundespräsident Theodor Heuss und dem Bundesminister für Wirtschaft Ludwig Erhard an den damaligen Direktor des Geodätischen Instituts, Prof. Brennecke, offiziell übergeben wurde. An erster Stelle wird natürlich das 1892 errichtete geodätische Institut in Potsdam vorgestellt, das als Wiege der wissenschaftlichen Geodäsie in Deutschland gilt. Aber auch historische Landesgrenzsteine und geographische Mittelpunkte, die je nach politischer Konstellation und Bestimmungsmethode eine erstaunliche Dynamik aufweisen, haben ihren Platz in dieser Broschüre. Die Broschüre soll die Fachwelt und technisch sowie geschichtlich interessierte Bürger dazu anregen, sich auf die Spuren der Landesvermessung zu begeben. Sie verdeutlicht gleichzeitig eindrucksvoll die Leistungen unserer geodätischen Vorfahren und den Wandel der Landesvermessung in den letzten 150 Jahren.”
(Bernd Sorge in “Vermessung Brandenburg” 1/2014)

Die Broschüre kann gegen eine Schutzgebühr beim Kundenservice der LGB bestellt werden:

Die Publikation kann auch kostenfrei als PDF-Datei im Download bezogen werden:

Spuren der Landesvermessung
Bild: LGB (Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg) und DVW

April 2014- Landeskartenwerk – Karte von Berlin 1:5000 (K5) in neuer Auflage

Die digitale Karte 1:5000 (K5) der Berliner Bezirke (Datenstand 1.1.2014) steht im FIS-Broker kostenfrei zur Verfügung. Sie umfasst ganz Berlin in Farbe und in Schwarz / Weiß.

K5 im FIS-Broker

Aktualisierte Daten im Vektor- und Rasterdatenformat für Kartenausschnitte können bei den bezirklichen Vermessungsstellen beantragt werden.

März 2014 – Faksimiledrucke der Deckerschen Karten „Umgegend von Berlin“ (1:50.000) erhältlich

Die Deckerschen Karten „Umgegend von Berlin“ (1:50.000), die als Ergebnis der ersten militär-topographischen Aufnahme unserer Region in den Jahren 1816 bis 1819 unter der Leitung des Karl von Decker entstanden sind, zählen zu den großen historischen Kartenwerke der früheren Provinz Brandenburg. Als Grundlage für die Erstellung dienten seinerzeit die sogenannten Quadratmeilenblätter im Maßstab 1 : 25 000. Durch damalige Zusammenfassung und Reduzierung auf den kleineren Maßstab entstanden Unikate, die nun für jeden als Faksimiledrucke verfügbar sind.
Die im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz – befindlichen Originale sind von der LGB (Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg) reproduziert worden. Die aus neun Kartenblättern bestehende „Neuauflage“ kann als Faksimiledruck bei der LGB einzeln oder als Set bestellt werden. Die Kartenblätter zeigen Berlin und Spandau sowie die Umgebung, u.a. mit Potsdam, Nauen, Oranienburg, Bernau, Strausberg, Storkow, Mittenwalde und Ludwigsfelde (siehe Blattübersicht ). Die Karten liegen als Mehrfarbdrucke vor und haben ein Maß von 65 cm x 55 cm. Eine einzelne Karte bietet die LGB für 12 € an, das neunteilige Set gibt es für 81 €.

Mehr Informationen unter: http://www.geobasis-bb.de/GeoPortal1/produkte/decker.html

Deckersche Karte (Ausschnitt Blatt 5) Maßstab 1:50000, 1816
Bild: LGB (Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg)

Deckersche Karte (Ausschnitt Blatt 5) Maßstab 1:50000, 1816