Bau und Betrieb von Fettabscheidern

Worum geht es?

Fettabscheider
Überfüllter Fettabscheider
Bild: BA Mitte, Umwelt- und Naturschutzamt

Gemäß den Einleitbedingungen der Berliner Wasserbetriebe haben Grundstückseigentümer bzw. die Vertragspartner, bei denen fetthaltige Abwässer anfallen, Vorrichtungen zur Abscheidung dieser Stoffe aus dem Abwasser einzubauen und zu betreiben.

Der Einbau- und der Betrieb dieser Fettabscheider ist gemäß § 38 Berliner Wassergesetz (BWG) genehmigungs- bzw. bei bauartzugelassenen Abscheidern anzeigepflichtig.

Wichtiger Hinweis!
Informieren Sie sich vor dem Kauf einer Fettabscheideranlage, ob diese für den vorgesehenen Anwendungsbereich bauaufsichtlich zugelassen ist.
Mobile Fettabscheider sind nur für den Anschluss an einer beweglichen gewerblichen Spülmaschine vorgesehen (auf Märkten, Straßenfesten etc.). Stationär eingesetzt können sie die anfallende Menge fetthaltigen Abwassers nicht ordnungsgemäß behandeln.
Bei Fragen hierzu wenden Sie sich bitte rechtzeitig an das zuständige Bezirksamt.

Vor der Inbetriebnahme eines Fettabscheiders sind folgende Maßnahmen gemäß des Berliner Wassergesetzes und der DIN 4040-100 durchzuführen

  • Für Abscheider ohne Bauartzulassung: Formloser Antrag zur Genehmigung beim für den Standort zuständigen Umweltamt.
  • Für bauartzugelassene Abscheider: Anzeige beim für den Standort zuständigen Umweltamt mit dem auf dieser Seite erhältlichen Formular.
  • Durchführung einer Generalinspektion durch einen Fachkundigen 1). Dieser erstellt einen entsprechenden Generalinspektionsbericht auf Basis des amtlichen Vordrucks den der Betreiber dann an das zuständige Umweltamt übersendet.
  • Bei einem unterirdischen Fettabscheider sind als Bestandteil der Generalinspektion alle Bauteile vom Schlammfangzulauf bis zum Abscheiderablauf einer Dichtheitsprüfung durch einen Fachkundigen 1) zu unterziehen.

Beim laufenden Betrieb des Abscheiders sind folgende Arbeiten/Maßnahmen erforderlich

  • Regelmäßige Reinigung des Abscheiders, dabei sind der Schlammfang und der Abscheider mindestens einmal im Monat, vorzugsweise zweiwöchentlich vollständig zu entleeren und zu reinigen.
  • Die Abscheideranlage ist jährlich entsprechend den Vorgaben des Herstellers durch einen Sachkundigen zu warten. Die Feststellungen und durchgeführten Arbeiten sind in einem Wartungsbericht zu erfassen und zu bewerten.
  • Ein Betriebstagebuch ist zu führen, in dem die jeweiligen Zeitpunkte und Ergebnisse der durchgeführten Eigenkontrollen, Wartungen und Überprüfungen, die Entsorgung entnommener Inhaltsstoffe sowie die Beseitigung eventuell festgestellter Mängel zu dokumentieren sind. Dieses Betriebstagebuch ist bei Kontrollen vorzulegen.

Wiederkehrend alle 5 Jahre

  • In regelmäßigen Abständen von nicht mehr als 5 Jahren ist die Abscheideranlage, nach vorheriger vollständiger Entleerung und Reinigung, durch einen Fachkundigen 1) auf ihren ordnungsgemäßen Zustand und sachgemäßen Betrieb zu prüfen.
  • Über die durchgeführte Überprüfung ist durch den Fachkundigen 1) ein Prüfbericht auf Basis des amtlichen Vordrucks und unter Angabe eventueller Mängel zu erstellen. Dieser Bericht ist dann unaufgefordert an das zuständige Umweltamt zu übersenden.

Wiederkehrend alle 20 Jahre

  • Die unterirdischen Zulaufleitungen zwischen Anfallstelle und Einlauf Abscheideranlage/ Zulauf Probenahmeschacht (einschließlich der Einläufe und Sammelrinnen) sind gemäß den Bestimmungen der DIN 1986 Teil 30 bzw. DIN EN 1610 wiederkehrend spätestens alle zwanzig Jahre durch einen Fachkundigen 1) auf Dichtheit zu prüfen.

1) Fachkundige gemäß DIN 4040-100
Eine Liste der in Berlin tätigen Fachkundigen können Sie hier herunterladen. Lassen Sie sich vor der Auftragerteilung die entsprechenden Nachweise vorlegen. Bitte nehmen Sie in Zweifelsfällen Kontakt mit dem zuständigen Umweltamt auf.

Gesetze / Vorschriften

  • Berliner Wassergesetz (BWG)