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Tourismus

UNESCO-Welterbe: Sechs Berliner Wohnsiedlungen

Das Welterbekomitee der UNESCO hat am 7. Juli 2008 die Siedlungen der Berliner Moderne in die Liste des Welterbes aufgenommen.

Die sechs denkmalgeschützten Siedlungen repräsentieren einen neuen Typus des sozialen Wohnungsbaus aus der Zeit der klassischen Moderne und übten in der Folgezeit beträchtlichen Einfluss auf die Entwicklung von Architektur und Städtebau aus.

Die sechs Siedlungen entstanden in den Jahren 1913 bis 1934, zwischen dem Ersten Weltkrieg und dem Machtantritt der Nationalsozialisten. Architekten der klassischen Moderne gaben auf höchstem Niveau eine städtebauliche und architektonische Antwort auf die Wohnungsfrage der Kaiserzeit: rationell geschnittene, modern ausgestattete und bezahlbare Wohnungen mit Küchen, Bädern und Balkonen, in Häusern ohne Hinterhof und Seitenflügel, dafür mit Licht, Luft und Sonne. Die qualitätsvolle Baukunst, die moderne Formensprache, die funktionalen Wohnungsgrundrisse und die städtebaulichen Figuren der Siedlungen lieferten international diskutierte und adaptierte Vorbilder für das ganze 20. Jahrhundert.

Planung und Bau der Siedlungen markierten einen historischen Wendepunkt im Städtebau und Wohnungswesen, wie er nur unter den einmaligen politischen und gesellschaftlichen Bedingungen der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg möglich war. Als Gegenmodell zur privatwirtschaftlichen Bauspekulation mit ihren Mietskasernen sollten sie eine neue Architektur für eine neue Stadt in einer neuen Gesellschaft verwirklichen.

Ästhetische Vorstellungen der Avantgarde aus Kunst und Architektur verbanden sich dabei mit den sozialen Ideen der politischen Linken. Gewerkschaftliche, genossenschaftliche und städtische Baugesellschaften wurden zu den Trägern dieser gebauten Utopie. Die Wohnanlagen stellen einen neuen architektonischen Typus dar. Die modernen Siedlungsstrukturen hoben sich stark von den zeitgenössischen Mietskasernen ab und ermöglichten einen gesünderen, höheren Lebensstandard auch für die ärmeren Bevölkerungsschichten. In der Folgezeit übten die Anlagen großen Einfluss auf die Entwicklung des sozialen Wohnungsbaus und somit auf Architektur, Städtebau und Landschaftsgestaltung aus.

Schillerpark-Siedlung - Innenhof zwischen Windsorer und Oxforder Straße, 2005  - Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Schillerpark-Siedlung (Wedding)

Stadtplan

1924-30 erbaut von Bruno Taut und Franz Hoffmann, Teilwiederaufbau 1951 von Max Taut, Erweiterung 1954-59 von Hans Hoffmann

Luftbild Hufeisensiedlung - Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Großsiedlung Britz - Hufeisensiedlung (Neukölln)

Stadtplan

1925-31 erbaut von Bruno Taut und Martin Wagner, Freiflächen von Leberecht Migge

Wohnstadt Carl Legien, roter Wohnhof mit breiten Balkonen, 2005 - Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Wohnstadt Carl Legien (Prenzlauer Berg)

Stadtplan

1928-30 erbaut von Bruno Taut und Franz Hillinger

Luftbild Weiße Stadt - Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Weiße Stadt (Reinickendorf)

Stadtplan

1929-31 erbaut von Bruno Ahrends, Wilhelm Büning und Otto Rudolf Salvisberg, Siedlungsgrün von Ludwig Lesser

Eingang zur Siedlung am Jungfernheideweg, 2005 - Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Großsiedlung Siemensstadt (Charlottenburg und Spandau)

Stadtplan

1929-31 erbaut von Otto Bartning, Fred Forbat, Walter Gropius, Hugo Häring, Paul Rudolf Henning, Hans Scharoun, Freiflächen von Leberecht Migge

( Bilder: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung )

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