Lexikon Berliner Schnauze
Okay, okay - wir kommen ins Zelt. Aber keine Fisimatenten...!
Ist ja echt knorke, aber machen Sie mir nur keine Fisimatenten, und sein Sie bitte nicht so etepetete - alles klar?!
Wer jetzt kein Wort verstanden hat, kann noch viel lernen über die Berliner Schnauze mit Herz. "Das kleine Berlin Lexikon", das die Berliner Sparkasse mit dem Sprachwissenschaftler Peter Schlobinski entwickelt hat, erklärt den Ursprung typischer Berliner Begriffe - zum Schmunzeln und vielleicht auch zum besseren Verständnis der "Einheimischen".
Aber lesen Sie selbst...
Fisimatenten
Das Wort Fisimatenten kommt aus dem Französischen. Wenn der Soldat zu spät zu seinem Quartier zurückkehrte und von der Wache angehalten wurde, gab er als Ausrede „J’ai visité ma tante“ - also einen Besuch bei der Tante - an, was natürlich als fadenscheinige Entschuldigung erkannt wurde. „Machen Se keene Fisimatenten, keine faulen Geschichten.“ Eine andere Deutung sagt aber auch, dass die napoleonischen Soldaten willige Mädchen einluden, sie in ihrem Zelt - „Visitez ma tente!“ - zu besuchen. Wenn die jungen Töchter dann ausgingen, warnten die Mütter beim Abschied: „Mach mir keine Fisimatenten!“